Photovoltaik
20.02.2019

Off-Grid-Solar: Auf dem Sprung nach Europa?

Foto: Clear Blue Technologies
Miriam Tuerk, Geschäftsführerin von Clear Blue Technologies, sieht hierzulande Potenzial für Off-Grid-Solar.

Die Stromversorgung mit Off-Grid-Solarmodulen ist bisher vor allem dort verbreitet, wo es keine zuverlässigen Stromnetze gibt. Unternehmerin Miriam Tuerk möchte die Technologie auch nach Deutschland bringen.

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Obwohl die Systeme in diesen Ländern oft dort zum Einsatz kommen, wo es noch keine oder nur unzuverlässige Stromnetze gibt, sieht Tuerk auch in Europa Potenzial – vor allem für die Bereiche Telekommunikation, Beleuchtung und Smart Cities. „Man wird nicht die Stromversorgung für vorhandene Sendemasten durch Off-Grid ersetzen. Aber wenn es um neue Technologien geht, wird Off-Grid eine Rolle spielen.“ Tuerk verweist hier auf die 5G-Technologie, für die viele neue Funkmasten aufgestellt werden müssen.

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Auch die notwendige Erneuerung der Infrastruktur ist ein Grund, warum sich Off-Grid nach Ansicht von Tuerk in Europa verbreiten wird: „In zehn Jahren wird es keine einzige neu installierte Straßenlaterne mehr geben, die mit dem Stromnetz verbunden ist“, sagt sie. „Die Veränderung hin zu Off-Grid wird also sehr schnell passieren, vor allem, da unsere Infrastruktur alt wird.“

Riesiger Markt in Afrika

Ganz so optimistisch wie die Unternehmerin ist Philipp Blechinger, Off-Grid-Experte vom Reiner Lemoine Institut in Berlin, nicht: „Die Nutzung von Off-Grid-Solar für Sonderfunktionen wie Straßenlaternen, Handymasten oder Ladesäulen für E-Bikes oder E-Autos kann ich mir für Deutschland vorstellen“, sagt Blechinger im Gespräch mit bizz energy. „Aber nur dort, wo sie neu gebaut werden und Netzinfrastruktur aufwändig zu installieren wäre.“

Bei Entscheidungsfreiheit zwischen Netz oder Off-Grid, fiele die Wahl wahrscheinlich auf die netzunabhängige Variante. „Aber ich sehe das nicht als großen Anwendungsfall in Deutschland“, sagt er. Vor allem für Sicherheitstechnik und Sensoren, zum Beispiel für die Feinstaubmessung, hält Blechinger Off-Grid-Solar für sinnvoll. „Aber da geht es nur um ein paar Watt.“

Off-Grid-Solaranlage in Ruanda
Smart-Off-Grid-Anlage in Ruanda. Foto: Clear Blue Technologies
Riesiges Potenzial habe die Technologie vielmehr in Afrika: „Millionen von Systemen sind schon vorhanden und noch mehr werden noch verkauft werden“, so Blechinger. „Gegen einen Dieselgenerator ist man mit Off-Grid-Solar und Batterie wettbewerbsfähig.“

Hier stimmt Miriam Tuerk zu. Ihre Prognose für alle Märkte, wo Dieselgeneratoren als Back-up für unzuverlässige Stromnetze verwendet werden: „In fünf Jahren werden Netz-Diesel-Hybride durch Solar-Netz-Hybride ersetzt sein.“

Lesen Sie auch: Wie Mikronetze die Energiewende absichern können

Friederike Meier
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Keywords:
Photovoltaik | Off-Grid
Ressorts:
Markets

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