Windenergie
27.04.2018

Offshore-Auktion: Erneut Zuschläge für Null-Cent-Gebote

Foto: Creative Commons/Heiko Schöne u. Gunnar Richter
Umspannstation für einen Ostse-Windpark. Bei der zweiten Auktion für Offshore-Windparks in deutschen Gewässern wurden 500 Megawatt für die Ostsee-zugeschlagen.

Die zweite Ausschreibung für Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee haben sechs Bieter für sich entschieden. Die Zuschlagswerte liegen zwischen null und 9,83 Cent pro Kilowattstunde.

Ganz so kühn wie im vergangenen Jahr boten die meisten Windpark-Investoren diesmal nicht: Der mittlere Zuschlagswert bei der zweiten Offshore-Ausschreibung der Bundesnetzagentur lag mit 4,66 Cent pro Kilowattstunde deutlich höher als bei der ersten Runde (0,44 Cent). Nach Angaben der Behörde wurden diesmal weniger Gebote abgegeben.  „Gleichwohl erhalten auch in dieser Runde wieder Gebote von null Cent den Zuschlag“, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Hohmann.

Anzeige

Anzeige

 

Die erfolgreichen sechs Gebote lagen zwischen null und 9,83 Cent und kamen von den Unternehmen Orsted, KNK Wind, Innogy Kaskasi, Iberdrola Renovables, Gode Wind 04 und Baltic Eagle. Alle sind bereits mit Windparks in deutschen Gewässern aktiv – das hatte die Bundesnetzagentur zur Teilnahmebedingung gemacht.

 

Vorrang für die Ostsee

 

Die Behörde forderte diesmal auch eine „Ostseequote“: 500 Megawatt des gesamten Ausschreibungsvolumens von 1.610 Megawatt mussten demnach auf die Ostsee entfallen. Das Gewässer ist windenergietechnisch bisher weniger erschlossen als die Nordsee.

 

Laut Bundesnetzagentur haben die sechs Unternehmen für ihre Windparks Anspruch auf EEG-Förderung, auf von den Stromverbrauchern finanzierte Netzanschlüsse sowie auf eine Betriebszeit von 25 Jahren. Bundesnetzagentur-Chef Homann merkte an, mit dem Ergebnis der zweiten Runde sei die Auslastung mehrere geplanter Anbindungsleitungen nun sichergestellt. „Unnötige Leerstandskosten“ fielen deshalb nicht an.

 

Die nun beendete Auktion hatte am 1. April begonnen. Die nächste Offshore-Ausschreibung soll ab dem Jahr 2021 stattfinden und für Windparks gelten, die ab 2026 in Betrieb gehen.

 

Lesen Sie auch: Offshore-Windbranche – Klimaziel 2030 nur bei stärkerem Ausbau erreichbar

 

Christian Schaudwet
Keywords:
Windenergie | Ausschreibung | Offshore
Ressorts:
Governance | Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy – Herbst 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab dem 03.09.2018 bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen