Windenergie
18.07.2018

Offshore-Ausbau: Druck auf Altmaier wächst

Foto: iStock
Mehr Windenergieanlagen wie hier in der Nordsee fordert die Offshore-Lobby. Ihr geht der Ausbau der Windparks nicht schnell genug

Die Forderungen nach einer zusätzlichen Ausschreibung für Windparks auf See häufen sich. Die Lobby hofft auf grünes Licht vom Bundeswirtschaftsminister nach der Sommerpause.

Die Stiftung Offshore Windenergie sieht die Chancen auf eine zusätzliche Ausschreibung für Offshore-Windparks steigen. „Die Fakten sind klar, und die Rufe kommen inzwischen aus allen Ecken“, sagt der Geschäftsführer der Stiftung, Andreas Wagner, im Gespräch mit dem Magazin bizz energy. Er sei zuversichtlich, dass Bundeswirtschafts- und -energieminister Peter Altmaier sich den Argumenten für einen schnelleren Offshore-Ausbau bald öffne. Wagner hält ein Einlenken des CDU-Politikers nach der parlamentarischen Sommerpause für realistisch.

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Altmaier hatte im Juni angekündigt, bei Onshore- und Offshore-Windenergie zu bremsen. Er sagte, er wolle den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Zubau zeitlich strecken, um Kostensteigerungen und Netzengpässe zu verhindern.

 

Tennet: Leitungen nicht ausgelastet

 

Letztere drohen im Falle von Offshore-Windstrom nach Wagners Einschätzung aber nicht mehr. Er beruft sich auf Angaben des Übertragungsnetzbetreibers Tennet: Demnach sind neue Leitungen von der See zur Küste nicht ausgelastet, weil der Ausbau von Windparks vor den Küsten inzwischen langsamer vonstatten geht. Tennet-Vorstandsmitglied Lex Hartman sagte kürzlich, in absehbarer Zeit lägen 660 Megawatt Übertragungskapazität brach. Er sprach sich für eine zusätzliche Ausschreibung aus, die mehr Windkraftanlagen auf See ermöglicht.

 

Stiftungsgeschäftsführer Wagner misst den Angaben von Tennet besonderes Gewicht zu: „Nachdem schon das Argument der hohen Kosten nicht mehr zieht, fällt nun auch das Argument der mangelnden Übertragungskapazität weg“, sagt er. Durch die Einführung von Ausschreibungen bei der  Vergabe von Offshore-Windparklizenzen war die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz deutlich gesunken.

 

IG Metall: Jobs in Gefahr

 

Verschiedene Gruppen haben die Bundesregierung in den vergangenen Wochen zum Handeln gedrängt: Der Gewerkschafter Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste forderte Altmaier auf, sich nicht länger gegen zusätzliche Windenergieanlagen auf See zu stellen. Geiken fürchtet bei einem weiteren Aufschub um Arbeitsplätze in der Windbranche.

 

Der Bundesverband Windenergie (BWE) hatte auf mehr Tempo beim Onshore- und Offshore-Ausbau gedrungen, und er Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte deutliche Kritik am langsamen Energiewende-Tempo der Bundesregierung geübt – allerdings ohne den Sektor Offshore-Windenergie explizit zu nennen.

 

Die von Tennet angeführten Überkapazitäten bei Leitungen von See existieren allerdings noch nicht lange: Im vergangenen Jahr fehlte es noch an Leitungskapazitäten. Deshalb mussten Offshore-Windparks vorübergehend abgeschaltet werden.

 

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Christian Schaudwet
Keywords:
Offshore | Windenergie | Peter Altmaier | Auktion
Ressorts:
Governance

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