Windenergie
17.07.2019

Offshore-Ausbau hat Obergrenze 2020 fast erreicht

Foto: iStock
Die Offshore-Windenergie wird ausgebaut und etabliert sich weiter im deutschen Strommix.

Der Ausbau der Windenergie auf Nord- und Ostsee hat sein planmäßiges Ziel für das Jahr 2020 von 6,5 Gigawatt Leistung vorzeitig erreicht. Der Windstrom-Anteil steigt.

Zum Ende des ersten Halbjahres 2019 drehen sich auf beiden Meeren 1351 Windräder mit einer Leistung von 6,7 Gigawatt, teilte die Deutsche Windguard im Auftrag der Windenergie-Verbände am Mittwoch in Berlin mit. Im ersten Halbjahr gingen 42 Windkraftwerke mit einer Leistung von 252 Megawatt in der Nordsee neu ans Netz; das ist der Windpark Merkur etwa 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum. Weitere 56 Windräder auf See mit einer Leistung von 410 Megawatt sind bereits fertig, speisen aber noch keinen Strom ins Netz. Dazu kommen 26 Fundamente noch ohne Anlagen.

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Erreicht ist nicht nur das Ziel, sondern auch die Obergrenze für das Jahr 2020 von 7,7 Gigawatt ist bereits in Sichtweite. Der Ausbaudeckel werde durch die Windkraft-Projekte in Bau voraussichtlich zum Jahresende ausgeschöpft, heißt es in der Mitteilung der Deutschen Windguard. Für die Jahre 2021 bis 2025 hat das Windenergie-auf-See-Gesetz ein Übergangssystem festgelegt, in dem Windkraftwerke mit einer Leistung von 3,1 Gigawatt gebaut werden können und die Zuschläge bereits vergeben sind. Nach 2025 fehlen dann noch 4,1 Gigawatt, um das bislang geltende Ziel von 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Branche fordert Sonderausschreibung und höhere Ausbauziele

Für die Windkraft-Verbände ist die Situation alarmierend. "Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre wird durch einen nun eintretenden Fadenriss erheblich gestört", teilten sie in Berlin mit. Notwendig seien ein verlässlicher Rahmen und ambitionierte Ausbauziele, um die Wertschöpfung der Branche nicht weiter zu gefährden. "Wir machen weniger als wir könnten und weniger als wir brauchen, um die Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie, Wolfram Axthelm.

Die Windenergie-Branche fordert noch in diesem Jahr eine Sonderausschreibung von zwei Gigawatt sowie die Anhebung des Ausbauziels 2030 von 15 auf 20 Gigawatt sowie auf mindestens 30 Gigawatt bis 2035. Ein Sonderbeitrag der Offshore-Windenergie zum Ausbau der erneuerbaren Energie ist ohne nähere Ausführungen im Koalitionsvertrag festgelegt, wurde aber bislang nicht umgesetzt. Die Bundesregierung will bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung erreichen; im ersten Halbjahr 2019 waren es 47,6 Prozent.

Mehr Strom aus Wind und Sonne im Norden und Osten

Der Bau der Offshore-Anlagen und ein generell höheres Windaufkommen ließen vor allem in Nord- und Ostdeutschland die aus Erneuerbaren gewonnene Strommenge im ersten Halbjahr steigen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in den ostdeutschen Flächenländern sowie Berlin und Hamburg knapp 21.600 Gigawattstunden (GWh) Windstrom erzeugt, wie aus Daten des Stromnetzbetreibers 50Hertz hervorgeht. Das waren rund 5000 GWh mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Insbesondere der März war in diesem Jahr besonders stürmisch.

Mit Photovoltaik wurden im selben Zeitraum etwas mehr als 6000 GWh Strom erzeugt - ein leichter Anstieg von 170 GWh im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Daten des Statistischen Bundesamts zufolge hat sich der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromeinspeisung im ersten Quartal deutlich erhöht. Vor allem aufgrund des stürmischen Frühjahrs lag er bei gut 41 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 35 Prozent gewesen. Der Anteil von Strom aus konventionellen Energieträgern ging dagegen um gut 11 Prozent auf fast 59 Prozent zurück.

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ck/dpa
Keywords:
Offshore | Windenergie | Erneuerbare Energie
Ressorts:
Markets

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