Offshore Windenergie
06.06.2016

Offshore-Branche will Kosten bis 2025 halbieren

Foto: Eon

Eine Allianz aus elf europäischen Energie- und Technikkonzernen verspricht: Kosten für Offshore-Windstrom sollen auf das Niveau der Fossilen sinken.

In einer am Montag veröffentlichten Erklärung, die unter anderem Eon, RWE und Siemens unterzeichnet haben, heißt es: „Die Windindustrie ist zuversichtlich, die Kosten für Projekte, die vor 2025 genehmigt werden, auf unter 80 Euro pro Megawattstunde zu senken.“ Das beziehe auch die Kosten für den Netzausbau ein. Laut Erklärung liegen die derzeitigen Durchschnittkosten bei 168 Euro pro Kilowattstunde.

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Innerhalb eines Jahrzehnts soll Offshore-Windstrom preislich mit Kohlestrom konkurrieren können, versprechen die elf Unterzeichner.

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In dem Statement fordern die Unternehmen den heute in Luxemburg tagenden Europäischen Energierat auf, die dafür nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie warnen: Es gebe ein „ernsthaftes Fragezeichen“ dahinter, welche Unterstützung die Branche über 2020 hinaus erhalte, wenn die derzeitigen europäischen Erneuerbaren-Ausbauziele durch weniger ehrgeizige Vorgaben für das Jahr 2030 ersetzt würden.  

Die Branche reagiert mit ihrem Vorstoß auf das Vorhaben einiger EU-Staaten, die Förderprogramme für Grünstromprojekte zu kürzen. Die Bundesregierung will laut dem aktuellen Entwurf des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes die jährliche Ausschreibungsmenge für Windstrom auf See auf 730 Megawatt kürzen und die bislang garantierte Einspeisevergütung auf Ausschreibungen umstellen. Damit erhalten die Projekte den Zuschlag, die das günstigste Angebot machen.

 

EU schiebt Nordsee-Allianz an

Derweil haben neun europäische Minister unter Leitung von Energiekommissar Miguel Arias Cañete eine Kooperationsvereinbarung für die engere Zusammenarbeit der Nordsee-Anrainer-Staaten beim Ausbau der Offshore-Windkraft verabschiedet. „Diese Strategie wird die Zusammenarbeit und die Erneuerbaren-Kapazität vorantreiben, beim Kampf gegen den Klimawandel helfen und die Versorgungssicherheit stärken“, warb EU-Energiekommissar Cañete für das Bündnis zwischen Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Schweden. 

Im vergangenen Jahrzehnt hat die Offshore-Windbranche weltweit einen Boom erlebt. In Europa sind Großbritannien und Deutschland auf diesem Markt federführend. Hier haben die Regierungen umfangreiche Förderprogramme für die junge Industrie aufgelegt, die im Vergleich zu Windstrom an Land und Solarenergie erheblich teurer ist.

 

Was bringt die Zukunft der Offshore-Branche?

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"Welche Zukunft hat die Offshore Windenergie?", lautet im Mai auch die Frage des Monats von bizz energy. Die vollständige Antworten lesen Sie hier.

Jana Kugoth
Keywords:
Offshore | Windstrom | Erneuerbare | EEG | Kosten | Renditen | EU-Energierat | Miguel Arias Canete | EU-Kommission
Ressorts:
Governance | Markets

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