Offshore Wind
01.07.2016

Offshore-Stiftung: Kostensenkung nur mit Testfeldern

Foto: Siemens

Die Bundesregierung verschenkt bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Möglichkeiten, die Kosten für Stromkunden zu senken. Das kritisiert die Industrievereinigung Stiftung Offshore-Windenergie.

„Wir können und wollen die Kosten senken, dafür braucht die Industrie aber auch geeignete Testfelder sowie ein ausreichendes Marktvolumen“, sagte Martin Skiba, Vorstand der Stiftung Offshore-Windenergie bei einem Symposium von bizz energy.

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Die Stiftung habe im Auftrag des Energieministeriums von Mecklenburg Vorpommern die Planung eines Testfeldes vor Warnemünde im Landesraumentwicklungsprogramm von Mecklenburg-Vorpommern mitgestaltet, das die laufende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aber verhindere. Grund sei, dass Prototypen neuer Offshore-Anlagen nach dem Entwurf des EEG nur innerhalb eines kommerziellen Projektes gebaut werden dürften, berichtete Skiba. Dies rechne sich für Investoren aber nicht. Bei der derzeit diskutierten Regelung sei frühestens im Zeitraum nach 2025 mit dem Bau von Prototypen zu rechnen.

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Geringerer Aufwand dank schwimmender Fundamente

Damit sei es für die Industrie aber nicht möglich, neue Anlagen unter realen Bedingungen zu testen. Beispielsweise leistungsfähigere Turbinen oder schwimmende Fundamente, die nicht aufwändig in den Meeresboden gerammt werden müssen. „Prototypen sind nötig, um die Kosten runterzubringen“, sagte Skiba.

 

Verbraucherschützer kritisieren Belastung für Stromkunden

Beim Netzanschluss von Offshore-Windparks hält die Stiftung Kostensenkungen von 30 Prozent für möglich. Anfang Juni hatten mehrere Unternehmen – darunter Eon, RWE und Siemens – sogar erklärt, sie könnten die Kosten für Windstrom aus Offshore-Anlagen bis 2025 halbieren.

Offshore-Windparks stehen in der Kritik von Verbraucherschützern, weil sie derzeit eine der teuersten Formen der regenerativen Stromerzeugung sind. Berechnungen von bizz energy Research haben ergeben, dass die Eigenkapitalrenditen bei 25 Prozent liegen. Eine Rendite in dieser Höhe sei die Bedingung für Investitionen, hatte auch der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EWE, Matthias Brückmann, in einem Interview in der Juni-Ausgabe von bizz energy bestätigt. 

Die Redaktion
Keywords:
Offshore-Wind | EEG | Mecklenburg-Vorpommern | EEG-Reform | Stiftung Offshore Windenergie
Ressorts:
Governance | Markets

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