Fraunhofer-Studie
11.05.2012

Offshore-Windstrom teurer als PV-Strom



BARD-Gruppe
Teure Energie: Bei BARD Offshore 1 speisen zwölf Windkraftanlagen seit Mitte Mai 2011 Strom ein.

Der von der Bundesregierung forcierte Ausbau der Offshore-Windenergie kommt dem Stromverbraucher derzeit teurer zu stehen als der viel gescholtene Ökostrom aus Photovoltaikanlagen - so eine aktualisierte Studie des Fraunhofer Instituts.

Die Kosten für die Stromerzeugung von erneuerbaren Energien sinkt demnach weiter. „Im Gegensatz zu den steigenden Energiepreisen bei fossilen und nuklearen Stromquellen sinken die Stromgestehungskosten aller erneuerbaren Energien seit Jahrzehnten kontinuierlich“, sagt Professor Eicke Weber, Sprecher der Energie-Allianz des Fraunhofer Instituts.

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Auch die in Deutschland viel diskutierte Photovoltaik leistet dazu immer mehr einen Beitrag und hat bereits die durchschnittlichen Strompreise für einen Haushalt von 25 Cent pro Kilowattstunde (kWh) deutlich unterschritten. „So belaufen sich an deutschen Standorten die Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Kleinanlagen auf 14 bis 20 Cent pro kWh“, erklärt Weber. Freiflächenanlagen erreichen Werte um 13 Cent pro kWh in Süddeutschland. Zum Vergleich: In Spanien produzieren PV-Anlagen sogar zwei Cent billiger.

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Die günstigste erneuerbare Energie ist weiter die Onshore-Windenergie. Zwischen sechs und acht Cent pro kWh liegen die Kosten derzeit und damit beinahe auf Tuchfühlung mit konventionellen Kraftwerken, die Gas oder Stein- und Braunkohle verfeuern. „Die Wettbewerbsfähigkeit von Windenergieanlagen gegenüber konventionellen Kraftwerken ist an guten Windstandorten bereits erreicht“, so Weber.



Als relativ teuer stellt sich dagegen die Offhore-Windenergie heraus. Dennoch gilt sie als zentraler Baustein der Bundesregierung, um die Ausbauziele der Erneuerbaren zu erreichen. Anfang Mai 2012 forderte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nochmals mehr Anstrengungen bei Offshore. Bis 2020 sollen zehn Gigawatt auf hoher See installiert werden. Bei einer Auslastung der Anlagen von rund jeder dritten Stunde, ergeben sich Kosten von 12 bis 16 Cent pro kWh. Damit produziert der Windstrom zu höheren Kosten als manche PV-Anlage; besonders vor dem Hintergrund der deutlich gesunkenen Herstellungskosten der Solaranlagen. Weber erklärt: „Ursachen dafür sind die teurere Installation sowie höhere Betriebs- und Finanzierungskosten im Offshore-Bereich.“

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Photovoltaik | Erneuerbare Energie | Windenergie
Ressorts:
Finance

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