Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft, sieht Vorteile im Ausschreibungsverfahren bei der Vergütung erneuerbarer Energie: „Die Kosten von Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen sind durch die Einführung von Ausschreibungen stark gesunken“, sagt Ohoven im Gespräch mit dem Magazin bizz energy. „Strom aus neuen Erneuerbare-Energien-Anlagen ist deshalb in vielen Fällen bereits günstiger als Strom aus neuen konventionellen Kraftwerken.“

Durch einen Paradigmenwechsel bei der Förderung des Stromes aus Erneuerbaren wird die Höhe der Vergütung seit Januar 2017 nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen ermittelt.

Andererseits seien die Strompreise gerade für mittelständische Unternehmen in Deutschland immer noch zu hoch, worunter ihre Wettbewerbsfähigkeit leide, kritisiert Ohoven. Er macht dafür die staatlich beeinflussten Kostenbestandteile verantwortlich. Sie seien inzwischen der Hauptkostentreiber beim Strompreis, nicht mehr der Ausbau der erneuerbaren Energien.

Eine Reform dringend notwendig

Der staatliche Anteil am Strompreis müsse wieder auf deutlich unter 50 Prozent gesenkt werden, fordert der Geschäftsführer des Branchenverbandes. Die Stromsteuer verteuere den Strom künstlich und verhindere seine stärkere Nutzung im Wärme- und Verkehrssektor. Ohoven hält es deshalb für dringend notwendig, die Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau anzupassen. 

Zudem sollte die besondere Ausgleichsregelung für energieintensive Unternehmen über Steuern finanziert werden. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die kleinen und mittleren Unternehmen die Vergünstigungen für die energieintensive Industrie durch eine erhöhte EEG-Umlage finanzieren“, sagt Ohoven. Die Unternehmen produzierten ihren Strom inzwischen teilweise selbst oder würden über eine Verlagerung der Produktion ins Ausland nachdenken.

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Die Fassade des Energiedienstleisters rku-it in Herne. Er produziert seine Energie selbst. (Foto: rku.it)