IAA
11.09.2013

Online unterwegs

Foto: Continental

Sauberer, sicherer und vernetzter. Die Zulieferbranche präsentiert auf der IAA die aktuellen Trends.

„Europa hat die anspruchsvollsten Normen weltweit“, sagt Yasushi Yamanaka, Europachef des japanischen Zulieferers Denso. Gemeint sind Abgasvorgaben der EU-Kommission. Ab 2020 dürfen Neuwagen maximal 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen. Eine Herausforderung auch für die Zulieferindustrie.

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Das Wort grün taucht daher in allen Präsentationen der Zulieferer auf, wenn es auf der IAA um die zukünftigen Branchentrends geht. Im Fokus stehen Produkte für mehr Kraftstoffeffizienz, Gewichtsreduktion und Komponenten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Denso, Nummer drei unter den weltgrößten Zulieferern, bietet etwa Systeme, die Kälte auf der Klimaanlage speichern und damit den Energiebedarf senken. Eine weiteres Effizienzprodukt: Start-Stopp-Systeme. „Hier sehen wir einen schnell wachsenden Markt“, betont Yamanaka. 

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Markt für Spritspartechnik boomt

Bis zum Jahr 2017 werden rund 50 Millionen Fahrzeuge weltweit über ein System verfügen, das den Motor beim Ampelstopp ausschaltet und dadurch Kraftstoff spart. Der US-Zulieferer Johnson Controls plant bereits den nächsten Schritt, den Micro-Hybrid. Eine zusätzliche Batterie versorgt dabei an Bord Klimaanlage, Radio oder Navigation mit Strom und speichert zusätzlich beim Bremsen gewonnene Energie. Der Antrieb erfolgt weiter über einen Benzinmotor, der jedoch entlastet wird. „In wenigen Jahren werden zwei Drittel aller Fahrzeuge in Europa ein Start-Stopp-System oder einen Micro-Hybrid an Bord haben“, glaubt Ray Shemanski, Chef der Power Solutions-Sparte von Johnson Controls. Der Grund sei die verschärfte EU-Regulierung.

Auch Mittelständler wie Elring Klinger investieren in Produkte für grüne Mobilität. Das Unternehmen aus dem süddeutschen Dettingen ist spezialisiert auf Dichtungsmetalle. „Ende der Neunziger haben wir angefangen, Produkte zu liefern, die helfen, das Gewicht von Fahrzeugen zu reduzieren“, sagt Sprecher Andreas Brändle. Ein Beispiel: Ölwannen aus Kunstoff statt aus Metall. „Das spart bis zu 50 Prozent Gewicht.“

Das Unternehmen arbeitet zudem seit zehn Jahren an Brennstoffzellen. Zum Einsatz kommen diese allerdings bisher nur in Gabelstablern. Für mehr Absatz sorgt das Geschäft mit Kontaktblechen für Antriebsbatterien. BMW setzt diese im neuen i3 ein. Bezogen auf den Gesamtumsatz von 1,1 Milliarden Euro liegt das Geschäft mit der E-Mobilität bei Elring Klinger noch im Promillebereich. „Aber“, betont Brändle, „wir setzen auf einen wachsenden Markt“. 

Vernetztes Auto kommt

Neben der Reduktion von Abgasen steht die Vernetzung des Fahrzeuges bei den Zulieferern im Fokus. „Es geht darum, mit Technik die Zahl der Unfälle zu reduzieren“, sagt Rodney O`Neil, Chef des US-Anbieters Delphi. 90 Prozent aller Unfälle seien auf Fehler des Fahrers zurückzuführen. Delphi stellt auf der IAA ein System vor, welches Radio, Navigation und Verkehrsüberwachung verbindet. Der Fahrer wird rechtzeitig über mögliche Hindernisse wie Baustellen oder Staus gewarnt. Die Informationen liefert eine integrierte Radarkamera.

Branchenprimus Continental geht noch einen Schritt weiter. Schritt für Schritt soll der Fahrer mit Hilfe von Assistenzsystemen von seinen Aufgaben entbunden werden. In Hannover verkündete das Unternehmen eine Kooperation mit dem IT-Riesen IBM. Es geht um die Entwicklung vernetzter Fahrzeuge.

Conti-Chef Elmar Degenhart erhofft sich eine Vielzahl neuer Lösungen, wie etwa der Austausch von Vekehrsdaten zwischen Fahrzeugen. „Alles in allem werden die Autos der Zukunft noch sicherer und gleichzeitig noch sparsamer“, so Degenhart.

 
 
Karsten Wiedemann
Keywords:
IAA | E-Motoren | E-Mobilität | Continental | Denso | Elring Klinger | Johnson Controls
Ressorts:
Technology | Markets

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