Die Bewohner Pekings sehen die Hand vor Augen nicht mehr, Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen. Parallel zum Weltklimagipfel hat Peking die höchste Alarmstufe ausgerufen: Die Luftverschmutzung hat Rekordwerte erreicht. Zwar will China ab 2030 seine CO2-Emissionen pro Kopf im Vergleich zum Basisjahr 2005 um zwei Drittel senken. Bis dahin sollen die Werte jedoch zunächst noch steigen. Eine jüngst in der Zeitschrift Nature veröffentliche Studie des Max-Planck-Instituts schätzt, dass allein im Jahr 2010 rund 1,4 Millionen Chinesen an den Folgen der Luftverschmutzung frühzeitig verstorben sind. 

Derweil verhandelt Xie Zhenahua, Sonderbeauftragter der chinesischen Regierung für den Klimawandel, in Paris über ein globales Klimaabkommen. Der Smog-Alarm zu Hause beunruhigt ihn nicht. „Im Zuge der Industrialisierung durchlebt jedes Land diese Phase“, sagt er in Paris. Allerdings gibt er zu: Chinas Wirtschaft müsse sich umstellen und den Kampf gegen den Klimawandel aufnehmen.

 

WWF-China Chef fordert kurzfristige Lösungen gegen die Luftverschmutzung

Etwas deutlicher wird der Chef vom WWF-China, Sze Ping Lo. Er drängt auf schnelle Lösungen: China müsse seine Anstrengungen im Umweltschutz erhöhen. Dabei seien neue Technologien allein nicht ausreichend. Er fordert mehr Schutz für die Bevölkerung gegen die Smogfolgen, „insbesondere kurzfristige Lösungen“ müssten her, sagt er gegenüber BIZZ energy today. 

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