Der Panasonic-Konzern will auf dem deutschen Markt den Durchbruch für die Brennstoffzellen-Technologie schaffen. Die Japaner gewinnen dafür den deutschen Heizungsbauer Viessmann als Partner. Der Projektleiter von Panasonic hält Europa für die Einführung der neuen Technologie für „sehr geeignet“, sagte Toshiki Shimizu dem Handelsblatt. 

Viessmann sammelt gerade Erfahrungen bei der Markteinführung von Mikro-Kraftwerken auf Basis einer Brennstoffzelle. Das System vertreibt Panasonic seit drei Jahren auf dem japanischen Markt. Bisher wurden rund 18.000 Anlagen in Japan verkauft. Die beiden Unternehmen verkündeten nun, Feldtests zu starten, die in 2013 ausgeweitet werden sollen. Die unterschiedlichen Optionen für die Markteinführung müssten aber noch entwickelt und abgestimmt werden. 

Experten erwarten in den nächsten drei bis vier Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachfrage für Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung in allen Größen. Laut den Beratern von Capgemini könnten allein 2017 rund 50.000 Stück verkauft werden. Ein Mini-Kraftwerk erreicht einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Effizienter kann der Gas-Brennstoff nicht genutzt werden. Ein modernes Kohlekraftwerk kommt lediglich auf einen Wirkungsgrad von 43 Prozent.

Die 10.000-Euro-Schwelle

Die Brennstoffzelle gilt als wichtige und umweltfreundliche Zukunftstechnik. Denn aus Wasser- und Sauerstoff gewinnt sie Strom und Wärme. Noch ist die Zelle mit rund 24.000 Euro allerdings zu teuer. Panasonic-Mann Shimizu sieht den Schwellenwert bei 10.000 Euro. Dann würde sich eine Anlage ohne Zuschüsse vom Staat für den Haushalt rechnen. 

Fast zeitgleich gab das Familienunternehmen aus dem hessischen Allendorf einen weiteren Coup bekannt. Mit 50 Prozent beteiligt sich Viessmann an Hexis aus der Schweiz, einem Spezialsten für Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Nach eigenen Angaben sei das Unternehmen nun bei der stationären Strom- und Wärmeversorgung „hervorragend positioniert“.

Auch andere Unternehmen setzten bereits auf die neue Technik: Vor zwei Wochen startete der Stadtwerkeverbund Trianel in Aachen ein dezentrales Kraftwerk mit 25 vernetzten Brennstoffzellen. Die 15 beteiligten Versorger installierten die Anlagen in ihren Kundenzentren.