Kraftwerksbau
07.04.2015

Pannenserie beim Reaktorbau in Flamanville setzt sich fort

foto: EDF
Der in Bau befindliche Reaktor im französischen Flamanville.

Beim dem im Bau befindlichen milliardenschweren Projekt des französischen Kraftwerksbauers Areva gibt es offenbar massive Sicherheitsprobleme.

 

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Die Pannenserie beim Bau des Druckwasserreaktors im nordfranzösischen Flamanville setzt sich offenbar fort. 

Der für Reaktorboden und -deckel verwendete Stahl sei brüchiger als erwartet, meldet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN). Die hatte eine „Anomalie“ auf der Baustelle bekannt gegeben. 

Die Verantwortung für das Projekt trägt der Atomkonzern Areva mit Haupsitz in Paris. 

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Das überwiegend in französischem Staatsbesitz befindliche Unternehmen solle umgehend Konsequenzen aus den Ereignissen ziehen, fordert Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal. Für Oktober habe die ASN demnach die Veröffentlichung erster Untersuchungsergebnisse angekündigt.

Bereits im November 2014 hatte der französische Energieversorger EDF, in dessen Auftrag der Reaktor gebaut wird, ein Problem am Deckel gemeldet. 

Seit dem Baubeginn vor acht Jahren haben sich die Kosten auf 8,5 Milliarden Euro fast verdreifacht.  Ursprünglich sollte die Anlage 2012 in Betrieb gehen, neues Datum ist das Jahr 2017.

Auch bei dem Kernkraftwerks-Projekt gleicher Bauart an der finnischen Westküste in Olkiluoto explodierten die Kosten in der gleichen Größenordnung wie beim Schwestern-Projekt in Flamanville. Die Fertigstellung des finnischen Reaktors wird für 2018 erwartet. Bei Baubeginn 2005 war der Bauherr ursprünglich von einem Projektabschluss bis 2011 ausgegangen. 

Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte Areva insgesamt einen Rekordverlust in Höhe von knapp 8,4 Milliarden Euro.

Jana Kugoth
Keywords:
Areva | EDF | Frankreich | Nuklear | Kernkraft | Reaktor | Flamanville | Olkiluoto
Ressorts:
Governance | Technology | Markets

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