Paris hat damit so klar wie nie zuvor gezeigt: Klimaschutz ist Mainstream. Der Klima-Vertrag ist nicht allein Ausdruck der globalen Umweltbewegung. Sondern ein Aufbruchssignal für alle in eine klimafreundliche Wirtschaft mit neuen Märkten und Geschäftsmodellen.

Betrachtet man die Ergebnisse des Gipfels aus der Perspektive der Vergangenheit, ist besonders Chinas Kehrtwende atemberaubend. Denn welche Geschäftschancen in der Umstellung auf eine grüne Wirtschaft liegen, hat Chinas Präsident Xi Jinping endlich erkannt. Er gab vor zwei Jahren die Blockadehaltung bei internationalen Klimaverhandlungen auf und verordnete seinem Land stattdessen ambitionierte Ziele. Das zwingt Chinas Konzerne zur Umstellung auf klimafreundliche Prozesse und Innovationen. So könnte das Reich der Mitte in zwei Jahrzehnten sogar die grüne Weltwirtschaft anführen. Wer hätte das noch vor einigen Jahren für möglich gehalten?

Nun heißt es aufpassen für die Wirtschaft: Die Geschäftsmodelle ganzer Branchen können einen Schub erfahren, aber auch ernsthaft gefährdet werden. Beispiel Finanzsektor:  Der muss sich auf eine klimafreundliche Revolution einstellen. Auch für Finanziers war Paris der offizielle Startschuss in die kohlenstoffarme Wirtschaft. Das Abkommen könnte private Geldströme in Höhe von Billionen US-Dollar freisetzen. Wie das aussehen kann, hat zu Beginn der Konferenz schon Microsoft-Gründer Bill Gates vorgemacht. Zusammen mit anderen Superreichen gründete er eine Initiative, die Milliarden US-Dollar in saubere Energien in Schwellenländer stecken will. Auch die bisher von Versicherungsriesen und staatlichen Pensionsfonds vorgenommenen Divestments in Höhe von 3,4 Billionen US-Dollar belegen das. Raus aus Kohle, Öl, und Gas: Die Umleitung der globalen Finanzströme hat begonnen.

Paris wird die Welt verändern – nur ob langsam oder schnell steht noch nicht fest. Wer sich nach dem Signal nicht endlich auf eine ambitionierte Klimapolitik vorbereitet und seine Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellt, handelt fahrlässig.