Erneuerbare Energien
31.01.2014

Photovoltaik-Deckel drückt Markt in Ziel-Korridor

2013 hat der „atmende Deckel“, der den Solarstrom-Neubau dämpfen sollte, erstmals das von der Bundesregierung gesteckte Ziel erreicht. Die Einspeisevergütung sinkt weiter rasant.

Der Photovoltaik-Markt ist 2013 in den von der Bundesregierung angestrebten Zielkorridor gefallen. „Die jährlichen Zubauzahlen liegen mit 3.300 Megawatt erstmals seit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2012 innerhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.500 Megawatt bis 3.500 Megawatt“, sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Anzeige

2010 bis 2012 wurden jeweils Anlagen mit einer Leistung von rund 7.500 Megawatt in Deutschland installiert. Lange Zeit waren die Vergütungen durch das EEG deutlich langsamer als die Anlagenpreise. Durch die relativ hohen Renditen für die Betreiber von Solarstromkraftwerken hatte der Markt eine Boomphase erlebt.

Anzeige

Seit der Reform im Jahr 2012 war es durch das Überschreiten des Korridors stets zu zusätzlichen monatlichen Absenkungen gekommen. Das ist nun nicht mehr der Fall. „Die Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen sinken im Zeitraum vom 1. Februar 2014 bis zum 1. April 2014 jeweils zum Monatsersten um ein Prozent“, teilte die Bundesnetzagentur mit.

In der Branche wird dennoch erwartet, dass der Markt weiter schrumpft. Denn die Zeiten schnell fallender Preise für PV-Equipment sind vorbei. Die globalen Überkapazitäten der Solarindustrie sind in großen Teilen abgebaut, die Hersteller können wieder höhere Preise verlangen. Zusätzlich belastet wird der Absatz in Europa durch die Strafzölle, die von der EU gegen chinesische Solarausrüstung erhoben wird. Folglich ist die reguläre Absenkung um ein Prozent nur schwer zu kompensieren. Eine Unterschreitung des Zubaukorridors würde allerdings dazu führen, dass die Vergütung weniger stark sinkt, gleich bleibt oder sogar ansteigt.

Ab 1. August soll aber ohnehin ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz gelten. Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) möchte darin festschreiben, dass nur noch 2.500 Megawatt pro Jahr zugebaut werden. 

 

Titelbild: depositphotos

Jakob Schlandt
Keywords:
Photovoltaik | Erneuerbare-Energien-Gesetz | Bundesnetzagentur | Jochen Homann | Energiepolitik
Ressorts:
Governance | Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy – Sommer 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research