Die Regierung des polnischen Premierministers Donald Tusk will in den kommenden zwei Wochen investorenfreundliche Gesetze für eine künftige Schiefergasförderung auf den Weg bringen. Das versprach Tusk laut Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Damit sollen bürokratische Hürden abgebaut werden, die in der Vergangenheit die Entwicklung dieser Gasressourcen gebremst hätten. 

Die Pläne, für die Schiefergasförderung einen eigenen staatlichen Konzern aufzubauen, will die Regierung in Warschau nicht weiterverfolgen. Ursprünglich sollte das Unternehmen an jeder Bohrung im Land als Anteilseigner beteiligt werden und so die Kontrolle über die Förderfelder in staatlicher Hand bleiben. 

„Heute verstehen wir, dass, bevor wir mit Schiefergas Geld verdienen, es erst einmal fördern müssen“, sagte Tusk. Um Explorationen voranzutreiben, müsse Polen ein weniger striktes Gesetz schaffen. Sobald die Regierung den Gesetzentwurf beschließt, muss es noch durch das Parlament – was sich laut Reuters mehrere Monate hinziehen könnte. 

Schiefergas ab 2014

Bereits vor drei Jahren hatte der Premierminister laut der Nachrichtenagentur das Ziel ausgegeben, spätestens 2014 das eigene Schiefergas im kommerziellen Maßstab zu fördern. Polen möchte sich so von russischem Gas unabhängig machen. Jedoch zeigt sich in einem Bericht von 2012, dass im polnischen Schiefergestein 90 Prozent weniger Gas schlummert als ursprünglich erwartet. Wegen dürftiger Ergebnisse bei ersten Probebohrungen, aber auch aufgrund von unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen, kehrten Gaskonzerne wie Marathon Oil, Talisman und Exxon Mobil dem Land inzwischen wieder den Rücken. Im August 2013 gelang dem Gaskonzern Lane Energy Poland hingegen ein erster großer Erfolg, als er bei einer Testbohrungen die bisher größte Menge an Schiefergas fördern konnte. 

Tusk hatte Ende vergangenen Jahres Maciej Grabowski als neuen Umweltminister berufen, der einer Schiefergasförderung grundsätzlich offen gegenübersteht. Trotz der bisherigen Rückschläge rechnet der Minister im Land mit bis zu 30 neuen Probebohrungen. „Dieses Jahr wird ein Wendepunkt für Schiefergas“, sagte Grabowski. 

 

(3Legs Ressources)