Eigentlich soll das Steuergesetz für Schiefergas im Jahr 2015 in Kraft treten. Finanzminister Jacek Rostowski versprach nun aber: „Wir werden bis 2020 keine Steuern erheben.“ Polen will sich von der Abhängigkeit russischer Erdgaslieferungen lösen und setzt dabei auf sein Schiefergas. Um ausländische Geldgeber ins Land zu locken, will Rostowski zunächst auf die Steuern verzichten.

Investoren sind schwer aufzutreiben, nachdem sich herausgestellt hat, dass es in dem Land weniger Schiefergasvorkommen gibt als bisher angenommen. So rechnete die US-Energiebehörde EIA in den polnischen Gesteinsschichten ursprünglich mit 5,3 Billionen Kubikmetern Gas. Tatsächlich sind es nur rund ein Zehntel davon. Mit einem jährlichen Gasverbrauch von rund 14 Milliarden Kubikmeter könnte Polen damit aber den eigenen Bedarf über Jahrzehnte hinweg decken.

Auch wegen Unsicherheiten bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen hätten sich bereits einige Konzerne verabschiedet, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Zuletzt hatten die US-Förderer Exxon Mobil und Marathon sowie Kanadas Talisman Energy ihre Schiefergasambitionen in Polen auf Eis gelegt. 

Laut Reuters finden derzeit 40 Testbohrungen für Schiefergas statt. Mit einer kommerziellen Förderung ist jedoch nicht vor 2015 zu rechnen. 

 

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