Abgas-Affäre
05.09.2016

Porsche rüstet 10.500 Diesel um

Foto: Loadbeta, Wikimedia (CC0)
Der als Schmutzfink gebrandmarkte Porsche Macan soll bald wieder eine weiße Weste bekommen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt erlaubt dem Sportwagen-Hersteller den Rückruf des Modells Macan. Die Abgas-Umrüstungen sollen weiteren deutschen Herstellern das Schicksal Volkswagens ersparen.

Porsche gibt Vollgas auf dem Weg aus der Dieselgate-Gefahrenzone, es darf nun als erstes Unternehmen seine Problemautos umrüsten. 10.500 Fahrzeuge des Modells Macan sind betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat jetzt die Rückruf-Freigabe erteilt.

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Nach der Umrüstung per Software-Update soll die Abgasreinigung erst bei Temperaturen von fünf Grad Außentemperatur abschalten. Bisher setzte sie bereits ab 17 Grad aus. Das sollte laut Porsche dem Motorenschutz dienen, was die Diesel-Untersuchungskommision des Verkehrsministeriums allerdings bezweifelte. Allein die geplanten Änderungen am Macan führen zur Einsparung von 32 Tonnen giftiger Stickoxide pro Jahr, schätzt das Verkehrsministerium.

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Selbsterhalt durch freiwilligen Service

Volkswagen bleibt weiterhin der einzige Autobauer, der auch gerichtlich für zu hohe Stickoxid-Werte seiner Dieselfahrzeuge belangt wird. In den USA stehen Milliardenzahlungen an, in Deutschland klagen die Anleger.

Die Konkurrenz versucht dem Schicksal VWs mit einem sogenannten „freiwilligen Service“ zu entgehen. Das hatten die deutschen Autobauer mit Verkehrsminister Dobrindt im April hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Insgesamt sollen demzufolge 630.000 Fahrzeuge umgerüstet werden. Laut Kritikern wie der Deutschen Umwelthilfe sind sämtliche deutschen Dieselautos, unabhängig vom Produzenten, derzeit mit unzulässigen Abgaswerten unterwegs.

Tim Lüdtke
Keywords:
Dieselgate | Diesel | Abgasskandal | Abgas-Affäre | Porsche | Macan | KBA | Dobrindt | Umrüstung | Rückruf | Bundesverkehrsministerium | BMVI
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