_BIZZ energy today | Herr Nauen, Senvion wurde vor einem halben Jahr vom US-Finanzinvestor Centerbridge übernommen. Wie lebt es sich in den Fängen einer Heuschrecke?

_Andreas Nauen | Gemach. Centerbridge ist keine Heuschrecke, sondern ein langfristig orientierter Investor, der mit uns zusammen eine Erfolgsgeschichte schreiben will – und die Mehrheit des Kaufpreises in Höhe von einer Milliarde Euro mit Eigenkapital finanziert hat. Wir leben sehr gut mit unserem neuen Eigentümer. 

Wann hat Centerbridge erstmals Kontakt zu Ihnen aufgenommen?

Als Vorstandsvorsitzender habe ich im Oktober 2014 die ersten Gespräche mit Managern von Centerbridge geführt – die Senvion aber schon seit Jahren auf ihrer Watchlist hatten. Die Verträge lagen im Januar 2015 vor und wurden letztlich im April unterschrieben. Die Phase der Integration war damit kurz, was für uns sehr erfreulich war, da eine Übergangsphase immer Unsicherheiten birgt – für Kunden, Eigentümer und Mitarbeiter.

Wie hat sich die Position von Senvion seitdem verändert?

Wir bekommen positive Signale aus dem Markt. Als wir noch zur verschuldeten indischen Suzlon-Gruppe gehörten, musste ich deren finanzielle Situation regelmäßig gegenüber Kunden erklären und rechtfertigen. Bei Suzlon waren wir Teil einer internationalen Unternehmensgruppe mit vielen Partikularinteressen. Jetzt sind wir eine „Stand Alone Company“. Für Investoren, die Projekte mit einer Laufzeit von mehr als 15 Jahren abschließen, ist ein stabiler Finanzrahmen eine entscheidende Bedingung. Seit der Übernahme durch Centerbridge gibt es keine Zweifel mehr, dass Senvion ein rentables Unternehmen mit stabilem Wachstum ist.

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