Wie hat sich Ihr Alltag als Vorstandsvorsitzender seit dem Einstieg des US-Investors verändert?

Viele Dinge sind gleich geblieben. Wir stimmen nach wie vor unsere strategische Ausrichtung mit dem Gesellschafter ab. Bei der Umsetzung erfahren wir von Centerbridge starke Unterstützung. In den kommenden Jahren werden wir weiter investieren und neue Mitarbeiter einstellen. Das passt genau zur Strategie von Centerbridge. Eine Beteiligungsgesellschaft braucht eine Wachstumsstory und Wind ist ein solches Wachstumsgeschäft.

Was bringt Centerbridge konkret bei Senvion ein?

Centerbridge unterstützt uns finanziell – ganz besonders im Bereich Forschung und Entwicklung. Eine Windturbine zur Marktreife zu bringen dauert bis zu zwei Jahren. Die Entwicklung muss frühzeitig angestoßen werden. Centerbridge investiert in langfristige Projekte, die über einen Zeitraum von bis zu fünf oder sechs Jahren geplant werden.

Welche Wachstumsstrategien verfolgen Sie?

Aktuell stecken wir mit Centerbridge die Ziele für die kommenden drei bis fünf Jahre ab. Im ersten Halbjahr 2015 haben wir zunächst das operative Geschäft, die Arbeitsabläufe und die Firmenstrukturen in Folge der Übernahme umgestellt. Damit sind wir fertig – und können jetzt gemeinsam mit Centerbridge künftige Strategien entwickeln.

Wird die Zahl der Senvion-Mitarbeiter dabei steigen – oder sinken?

Sie wird steigen, wir stellen neue Mitarbeiter ein. Ein Beispiel: Unser Service ist ein People-Geschäft. Im Schnitt brauchen wir für zehn Turbinen einen Mitarbeiter. Zuletzt haben wir zwei Aufträge für Offshore-Windparks in der Nordsee bekommen: „Nordergründe“ und „Nordsee One“. Für diese Projekte haben wir sofort neue Mitarbeiter in den Werken und zusätzliche Projektmanager eingestellt. Für die Zukunft planen wir weitere Einstellungen. In Hamburg arbeiten bereits 20 zusätzliche Offshore-Kollegen. In der Produktion in Bremerhaven haben wir zudem über 30 Mitarbeiter neu eingestellt. In Summe planen wir mehrere hundert neue Jobs bei Senvion.