Welche Ziele verfolgen Sie im Offshore-Bereich?

Wir können mit unseren aktuellen Kapazitäten etwa ein bis zwei Projekte im Jahr stemmen. Für die nächsten beiden Jahre sind wir bereits durch konkrete Aufträge gut ausgelastet. Und wir achten darauf, unser Portfolio zu diversifizieren. Bei einem Unternehmen unserer Größe mit einem Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro sollten Offshore-Projekte im Sinne eines ausgeglichenen Portfolios nicht mehr als 25 Prozent zum Gesamtumsatz beitragen.

Welches Wachstum erwarten Sie für den europäischen Offshore-Markt?

Offshore wächst in Europa deutlich schneller als Onshore mit einem Zuwachs von mehr als vier Gigawatt ab 2020. Wir werden uns allerdings nicht nur auf Windparks auf See konzentrieren, sondern den gesamten deutschen Markt im Auge behalten. Aktuell sind wir in Deutschland und Belgien aktiv. Auch die holländische Regierung hat ein 500 Megawatt-Projekt aufgelegt, an dem wir uns voraussichtlich beteiligen. 

Welche Rolle spielt Ihr Heimatmarkt Deutschland? Und welchen Effekt werden hierzulande die von der Bundesregierung geplanten Auktionen haben?

Unsere Branche hat 2014 in Deutschland 4,75 Gigawatt Windstrom-Kapazitäten zugebaut. In diesem Jahr erwarten wir knapp über vier Gigawatt, die eine Hälfte in Form von Neuanlagen, die andere Hälfte durch das Repowering von Bestandsanlagen. Deutschland ist also weiterhin ein sehr wichtiger Markt für uns. Ich finde, dass die Bundesregierung die Übergangsphase in die neue Welt der Auktionen aktuell mit viel Augenmaß gestaltet – mit Übergangsregelungen und Beteiligung der Stakeholder. Das ist ein sehr transparenter Prozess.

Versuchen die deutschen Projektierer, möglichst viele Anlagen noch unter dem bald auslaufenden alten EEG-Regime zu realisieren?

Wir sehen natürlich, dass sich viele Projektierer um die Umsetzung ihrer Projekte noch zu den alten Konditionen bemühen. Die Nachfrage nach Turbinen bei uns ist deshalb aktuell besonders hoch.