Erzeugung
05.06.2019

PPA: Lichtblick für alte Windenergieanlagen

Foto: Lichtblick
Ökostromanbieter Lichtblick hat einen direkten Stromliefervertrag für den Windpark Papenrode abgeschlossen.

Anfang 2021 fallen rund 3.800 Megawatt Windkraft an Land aus der EEG-Förderung. Für den Weiterbetrieb der Anlagen eignen sich mitunter „Power Purchase Agreements“. Einige Versorger schließen die ersten Verträge ab.

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Lichtblick schloss jetzt eine erste PPA mit dem Cuxhavener Windkraftbetreiber PNE ab. Der hatte Mitte Mai den Windpark „Papenrode“ mit insgesamt 15 Windanlagen im Landkreis Helmstedt (Niedersachsen) übernommen. Von zehn im Jahr 2000 gebaute Windanlagen bezieht Lichtblick von Anfang 2021 bis Ende 2023 den Windstrom. Mit PNE habe man eine „gute Lösung gefunden, um den Windpark langfristig nutzen zu können“, sagt Lücking. Aus seiner Sicht ist die zentrale Herausforderung bei PPA, die Risiken und die Erlöspotentiale zwischen Betreibern und den Stromabnehmern richtig aufzuteilen.

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Greenpeace Energy plant weitere PPAs

Nahezu zeitgleich schloss auch Konkurrent Greenpeace Energy eine PPA ab – weitere sollen folgen. „Wir planen derzeit, einen größeren Mengenanteil im Portfolio via PPA langfristig unter Vertrag zu nehmen“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei der Energie-Genossenschaft. Die PPA zielt auf den Weiterbetrieb des Windparks Ellhöft in Schleswig-Holstein mit zusammen sechs Anlagen zu je 1,3 Megawatt. Ab 2021 nimmt Greenpeace Energy dem Bürgerwindpark die Energie für fünf Jahre zu einem Preis ab, der je nach Entwicklung der Börsenstrompreise noch „nachjustiert“ werden kann.

Keiffenheim ist sich sicher, dass auch ungeförderte erneuerbare Anlagen in Zukunft „häufig“ zu wirtschaftlichen Kosten Strom anbieten können. Das eigentliche Problem stellt für ihn die „Risikotragfähigkeit“ der Betreiber dar. Diesen machten die Ungewissheit zu schaffen, „ob die Erlöse die eigenen Kosten tatsächlich übersteigen – oder man doch Minus machen wird“, sagt Keiffenheim. Das Risiko könnten seiner Auffassung nach viele Anlagenbetreiber, zumal wenn es kleinere Akteure sind, nicht schultern – Ökostromanbieter hingegen schon.

PPA ist nicht der einzige Weg

Trotz des geteilten Risikos und der möglichen Vorteile hat PPA in der Branche noch keine große Begeisterung ausgelöst. Einer bizz energy vorliegenden Zusammenstellung zufolge haben neben Lichtblick und Greenpeace Energy vermutlich erst drei weitere Stromerzeuger PPAs abgeschlossen. Alle zusammen kommen auf weniger als 70 Megawatt Post-EEG-Windkraft.

Ob das viel oder wenig ist angesichts tausender Megawatt, die aus dem EEG fallen, lässt sich noch nicht beurteilen. Denn PPA ist nicht der einzige Weg, um den Weiterbetrieb alter Anlagen zu sichern. So disponiert Naturstrom bereits über rund 900 Megawatt Windkraft, bei denen sich nicht viel ändert, weil deren Erzeugung schon jetzt direkt an der Strombörse vermarktet wird. Darunter befinden sich auch viele Altanlagen. Mit mehreren Betreibern dieser Anlagen sei man im Gespräch, um den Strom ab 2021 weiter für Naturstrom nutzen zu können, sagt Unternehmenssprecher Loppe.

Kürzlich habe Naturstrom auch einen Windpark in Nordhessen mit dem Ziel übernommen, fünf der dortigen Altanlagen über die EEG-Zeit hinaus zu betreiben. Und dabei muss es Loppe zufolge nicht bleiben: „Der Aufkauf weiterer Altanlagen ist durchaus möglich.“

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Jörg Staude
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Keywords:
Power Purchase Agreement | Windenergie | EEG
Ressorts:
Markets

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