Das Münchner Analysehaus Roland Berger hat in einer neuen Studie die Marktaussichten für Brennstoffzellenautos untersucht. Zwar sinken die Herstellungskosten erheblich, mit einem Marktdurchbruch sei in den kommenden zehn Jahren nicht zu rechnen

Bislang verhinderten hohe Produktionskosten und fehlende Infrastruktur den lange erwarteten Start von Brennstoffzellenautos am Massenmarkt, sagt Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Zunächst müssen gravierende technische Hürden überwunden werden, bevor Brennstoffzellen den Durchbruch in der Automotive-Industrie schaffen können.“

Kein Durchbruch trotz Kostensenkung

An den technischen Schwierigkeiten wird sich laut Studie mittelfristig wenig ändern. Zwar könnten die Herstellungskosten bis 2025 um 80 Prozent sinken. Dies reiche jedoch nur für erste Marktchancen, nicht jedoch für einen Durchbruch aus. 

Aktuell kostet ein Brennstoffzellensystem etwa 45.000 Euro pro Fahrzeug. Dabei kommt für die Umwandlung von Wasserstoff zu elektrischer Energie als Katalysator das teure Edelmetall Platin zum Einsatz. Selbst wenn der Bedarf an Platin auf 15 Gramm pro Fahrzeug gesenkt würde, bliebe Platin der größte Kostentreiber. „Unter diesen Voraussetzungen ist eine erfolgreiche Einführung von Brennstoffzellenfahrzeugen am Massenmarkt langfristig unwahrscheinlich – vor allem wegen des stark eingeschränkten Platinangebots“, sagt Studienautor Bernhart.

Viele Autobauer arbeiten deswegen an der Entwicklung nahezu platinfreier Brennstoffzellen. „Erst wenn der Durchbruch zu platinfreien Systemen gelingt, können diese ein signifikantes Marktpotenzial erreichen“, sagt Bernhart. Diese altenativen Systeme seien jedoch noch weit von der Serienreife entfernt, „auf absehbare Zeit werden daher wohl eher batteriebasierte und hybride Antriebsstränge die Hauptrollen auf dem Weg zur Null-Emissions-Mobilität spielen.“

Erste Wasserstoffautos in Sicht

Vor einigen Monaten hatte der Autobauer Daimler den Marktstart seines Brennstoffzellenfahrzeugs verschoben, ein für die Kunden akzeptabler Preis sei für 2014 nicht möglich gewesen. Zusammen mit Nissan und Ford will der Stuttgarter Konzern die Wirtschaftlichkeit über größere Fahrzeugvolumina steigern.

Etwas weiter ist man in Fernost. Der japanische Hersteller Toyota kündigte bereits für das kommende Jahr die Markteinführung seines Brennstoffzellenfahrzeugs an. Der südkoreanische Konkurrent Hyundai bietet bereits Wasserstoffsautos in einer kleinen Auflage von etwa 1.000 Stück für Leasing-Kunden an. 

 

 

Mit dem ix35 Fuel Cell ist Hyundai ein Vorreiter bei Brennstoffzellenfahrzeugen (Hyundai)