Ökostromanbieter Lichtblick hat gemeinsam mit dem Netzbetreiber Hamburg mit Testkunden ein Projekt für günstigen E-Autostrom gestartet. Elektroautos sollen künftig an der privaten Ladesäule zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens um ein Drittel billigeren Strom im Vergleich zum üblichen Tarif tanken können. „Die Stromrechnung für ein Elektroauto reduziert sich damit um bis zu 200 Euro pro Jahr“, sagte Lichtblick-Geschäftsführer Gero Lücking heute bei der Vorstellung des Projekts in Berlin.

Grundlage ist eine bereits heute für Wärmepumpen und Nachtspeicher geltende Regelung. Die erlaubt es Netzbetreibern, den Strom tagsüber abzuschalten. Damit soll der Stromverbrauch in die Nacht verlegt werden, wo das Netz in der Regel weniger ausgelastet ist. Im Gegenzug senkt der Betreiber die Netzentgelte und die Konzessionsabgabe für den Stromkunden – sodass der Preis für den Fahrstrom sinkt.

Zu der am Dienstagabend im Kanzleramt zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Spitzen der Autobranche diskutierten Kaufprämie für Stromer sagte Lichtblick-Geschäftsführer Lücking: „Statt über teure Kaufprämien zu diskutieren, sollte der Gesetzgeber die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen, die Elektromobilität sinnvoll zu fördern.“ Dazu zähle die netzdienliche Stromlieferung, wie sie in Hamburg getestet wird. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müsse die Prämie zudem an den Bezug von Ökostrom geknüpft werden.

(foto: Lichtblick )