Gasmarkt
02.12.2014

Putin stoppt Pipelinebau

Update

South-Stream gestoppt; alternativ plant Russlands Präsident Putin eine Offshore-Pipeline durch die Türkei.

 

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Das Milliardenprojekt für Gaslieferungen nach Südeuropa wird nicht gebaut. „Das war‘s“, bestätigte Gazprom Chef Alexei Miller am Montagabend das Aus des 2012 gestarteten Projekts. 

Ursprünglich sollte die Pipeline bis 2015 über eine Strecke von 2.380 Kilometern russisches Gas an der Ukraine vorbei nach Südeuropa transportieren. Vier der 16 Milliarden Euro hat Russland bereits in den Pipeline-Bau investiert. 

Als Grund für den Baustopp nannte Russlands Präsident Wladimir Putin die Verweigerungshaltung des EU-Mitglieds Bulgarien. Der südeuropäische Staat blockiere die Bauarbeiten auf dem Meeresgrund, sagte Putin bei einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan im türkischen Ankara. Deswegen könne das Projekt „unter den jetzigen Bedingungen“ nicht weiterverfolgt werden.

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Experten schließen nicht aus, dass auch die schwache wirtschaftliche Lage Russlands ausschlaggebend für das Pipeline-Aus ist: Russland leidet unter den Saktionen in Folge der Ukraine-Krise, der Ölpreis ist auf einem historischen Tief; seit Juni ist er um 40 Prozent weltweit gefallen. Außerdem sank die europäische Gasnachfrage seit 2010 um zehn Prozent. 

Putin setzt jetzt auf eine neue Partnerschaft mit der Türkei. Eine Offshore-Pipeline unter der Führung von Gazprom soll 63 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr durch die Türkei bis nach Griechenland transportieren, 14 Milliarden Kubikmeter gehen direkt an die Türkei. Eine enstprechende Absichtserklärung hatten Gazprom-Chef Alexei Miller und der Chef des türkischen Energieversorgers Botas, Mehmet Konuk, kürzlich in Ankara unterzeichnet. 

Jana Kugoth
Keywords:
Russland | Europäische Union | Bulgarien | Türkei | Gazprom | Gasmark | Pipeline
Ressorts:
Governance | Markets

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