Erneuerbare Energien
26.05.2014

PV-Krise dämpft das Jobwunder Erneuerbare

Laut Bundeswirtschaftsministerium waren im vergangenen Jahr über 370.000 Menschen in der Erneuerbaren-Branche beschäftigt – das sind fast 30.000 weniger als 2012. Zwar boomte 2013 die Windenergie, die dramatische Krise in der Photovoltaik konnte das aber nicht kompensieren.

In der Photovoltaik-Branche brach 2013 die Zahl der Beschäftigten von 100.300 auf rund 56.000 ein. Das geht aus dem neuen Bericht der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und anderer Institute hervor, den das Wirtschaftsministerium gefördert hatte. 

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Der Einbruch zeige, „dass der unkontrollierte Ausbau erneuerbarer Energien in den letzten Jahren nicht nachhaltig war“, sagte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Rainer Baake. Mit Ausbaukorridoren für Solar-, aber auch Wind- und Bioenergie erhofft er sich wieder Planungssicherheit für Unternehmen und Beschäftigte. 

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Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, sieht das anders: „Die Solarjobs werden sich nochmals halbieren, wenn die Politik jetzt nicht das Ruder rumreißt.“ Körnig warnt dabei vor der geplanten „Sonnensteuer“, die Eigenstromerzeuger mit Solaranlagen zu 50 Prozent an der Umlage nach Erneuerbare-Energien-Gesetz beteiligen würde. Auch das könnte für die Branche einen weiteren Dämpfer bedeuten. Bereits im vergangenen Jahr investierten die Deutschen laut Bericht des Wirtschaftsministeriums nur 4,2 Milliarden Euro in neue Photovoltaik-Anlagen, 2012 waren es noch 11,2 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung plant künftig eine EEG-Umlage auf Solarstrom zu erheben, der für die Selbst- und Mieterstromversorgung genutzt wird. Dieses Vorhaben wird nach einer aktuellen Umfrage von TNS Emnid von 73 Prozent der Bevölkerung abgelehnt und trifft auf den scharfen Widerstand zahlreicher Verbände u.a. aus den Bereichen Verbraucherschutz, Umweltschutz, Land- und Immobilienwirtschaft und Mietern. Am letzten Freitag hat auch der Bundesrat mehrheitlich und parteiübegreifend für deutliche Nachbesserungen in dieser Frage votiert.

Dem Einbruch in der Photovoltaik stand ein Zuwachs von 104.000 auf 119.000 Beschäftigten in der Windenergie gegenüber. Sieben Milliarden Euro investierten Unternehmen in den Bau neuer Windenergieanlagen, nach 3,9 Milliarden im Jahr 2012. Die Erfolge in der Windenergie konnten die Krise in der Photovoltaik nicht ganz kompensieren. Insgesamt waren 2013 in Deutschland rund 371.400 Menschen im Bereich erneuerbare Energien tätig, nach knapp 400.000 im Jahr davor. Die Investitionen in neue Erneuerbaren-Anlagen sanken um rund ein Fünftel auf 16,1 Milliarden Euro. 

 
Daniel Seeger
Keywords:
Bioenergie | Windenergie | Arbeitsplätze | erneuerbare Energien | Photovoltaik | PV-Krise | Solarenergie
Ressorts:
Governance | Markets

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