Kraftwerke
11.06.2014

PWC-Studie stützt Argumente der Stadtwerke

Der Stadtwerkeverband VKU fordert für Kraftwerke ein neues Marktdesign – und kann sich dabei auf eine neue Studie der Wirtschaftsprüfer von PWC berufen.

In einer Studie bescheinigt die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC kommunalen Versorgern einen Abwärtstrend in den Bilanzen. Auch die kommunalen Versorger müssen für die Energiewende und die Liberalisierung der Märkte ihre Geschäftsmodelle teilweise umbauen.

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Für die nötigen Investitionen besteht dabei hoher Finanzierungsbedarf, während zugleich die Erträge aus den konventionellen Kraftwerken zurückgehen. Die Folge: die Renditen schrumpfen, Schulden nehmen zu. Letztere stiegen im Verhältnis zum Gesamtkapital im Durchschnitt zwischen 2009 und 2012 von 31,5 Prozent auf 34 Prozent, wie die Studie ergab. 

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„Der Wandel in der Energiewirtschaft wirkt sich auf die Verschuldung, die Bonität und die Eigenkapitalquote der Unternehmen aus“, sagt PWC-Finanzexperte Bernd Papenstein. Demnach drohe jedes vierte untersuchte Unternehmen in Zukunft in den kritischen Bereich zu rutschen, schon bald könne deren Finanzerungsfähigkeit nachlassen. 

Dabei haben die Unternehmen zum Beispiel 2012 sogar 90 Prozent ihrer Gewinne an ihre Anteilseigner ausbezahlt. „Diese großzügige Ausschüttungspolitik führt in der Tendenz zu einem höheren Bedarf an Fremdfinanzierung und zu einer sinkenden Innenfinanzierungskraft“, betont Papenstein. Zwischen 2009 und 2012 sank demnach die Eigenkapitalquote von 44 Prozent auf 42,5 Prozent.

„Große Versorgungsunternehmen haben einen größeren Spielraum bei der Fremdfinanzierung und finden leichter Zugang zum Kapitalmarkt“, sagt Papenstein. Von 39 untersuchten Ratings erhielten Ende 2013 nur noch zwölf die Bonitätsnote A oder besser, 2008 waren es noch 24.

Der Branchenverband VKU kennt die Probleme der Stadtwerke und fordert für seine „überwiegend modernen und effizienten Kraftwerke“ ein neues Marktdesign. „Nur so haben die Stadtwerke auch wieder die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die Treiber der Energiewende vor Ort zu sein und die dafür notwendigen Investitionen zu tätigen“, erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage von BIZZ energy today. 353 von insgesamt 1.400 kommunalen Unternehmen betreiben Kohle- oder Gaskraftwerke oder sind an deren Betrieb zumindest beteiligt. Von der Energiewende sind diese Stadtwerke in der Regel stärker betroffen als jene, die sich nur auf den Netzbetrieb oder auf den Energiehandel konzentrieren. 

Für die Studie „Energie- und Versorgungsunternehmen im Spannungsfeld zwischen Ertrag, Investitionen und Verschuldung“ untersuchte PWC die Bilanzen in den Jahren von 2009 bis 2012 bei 150 kommunalen Versorgern.

Daniel Seeger
Keywords:
VKU | Ivo Gönner | PWC | Stadtwerke
Ressorts:
Finance | Governance | Markets

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