Die Kohlexporte aus dem australischen Bundesstaat Queensland haben 2015 einen neuen Rekord erreicht. Im vergangenen Jahr wurden 220 Millionen Tonnen Kohle verschifft – vier Tonnen mehr als noch 2014. Das hat eine kürzlich veröffentlichte Auswertung der Regierungsbehörde Queensland Resource Council ergeben.

Vor allem die Nachfrage aus Indien sei in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum angestiegen, heißt es in dem Bericht.

Das liege zum Teil daran, dass die australische Kohle sauberer sei als die heimische Kohle in Indien, sagt Sonja Peterson, Wissenschaftliche Geschäftsführerin am Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel gegenüber BIZZ energy today. Insgesamt gesehen sei die gestiegene Kohle-Nachfrage in Queensland jedoch eher „ein Sonderfall“, glaubt sie. „Weltweit fallen die Preise für Kohle, weil die Nachfrage insbesondere aus China zurückgeht“, so Peterson weiter. „Und trotz fallender Produktion wird erwartet, dass der Rückgang der Kohlepreise nicht enden wird.“

Jan Kowalzig von der Nicht-Regierungsorganisation Oxfam hält dagegen: „Derartige Zahlen unterstreichen in erster Linie, wie groß in vielen Ländern die Lücke zwischen dem Anspruch klimapolitischer Rhetorik und der Wirklichkeit kurzsichtiger Wirtschaftspolitik ist.“  Viele Länder würden es darauf anlegen, „den letzten Krümel Kohle noch zu verbrennen, solange damit Geld zu verdienen ist“, sagt Kowalzig.

 

Kohleabbau in Queensland. (foto: Greenpeace/Andrew Quilty)