Qualität und Leistung einer Photovoltaikanlage (PV) lassen sich oft für Investoren und Anleger nur schwer einschätzen. Der Energiedienstleister Meteocontrol aus Augsburg bietet nun ein neues Notenmodell. „Die PV-Branche wird erwachsen, wir müssen nun professioneller werden“, sagte Henrik te Heesen gegenüber BIZZ energy today. Er leitet die technische Betriebsführung bei Meteocontrol und ergänzt: „Banken und Finanzinstitute bekommen mit dem Rating ein Bewertungssystem, das ihnen vertraut ist.“ 

Das Rating ist in neun Stufen unterteilt, von AAA bis C. Nach einer ähnlichen Skala beurteilen die Agenturen Moody‘s oder Standard & Poor‘s die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Für den Solarbereich ist das ein Novum. Um die Neutralität sicher zu stellen, ließ der Augsburger Dienstleister das Verfahren von der Deutschen Akkreditierungsstelle prüfen. Insgesamt fließen 480 Kriterien in die Bewertung ein, die unter anderem Planung, Umsetzung und Betriebsführung der Anlagen erfasst. 

Derzeit sind in Deutschland immerhin über 30 Gigawatt an PV-Leistung installiert. „Besonders bei einer Anlage mit Fernüberwachung kann einiges optimiert werden“, sagt te Heesen. Im Schnitt fünf Prozent Ertragsverlust macht der Techniker aus. Anlagen mit einem Service- und Wartungsvertrag kämen besser weg und spielten das Geld oft wieder ein. Bei einer mittelgroßen 100 Kilowattanlage betrage der finanzielle Aufwand für Service und Wartung rund ein Prozent des Ertrags. Durch die Optimierung würden jedoch 1,5 bis 2 Prozent mehr Ertrag verdient. 

Das neue PV-Rating richtet sich vorwiegend an institutionelle Investoren, Versicherungen und Generalunternehmer. Es kostet unabhängig von der Anlagengröße 7.500 Euro, wenn bereits zuvor ein Verfahren zur Qualitätssicherung absolviert wurde. „Für weitere Details gibt es ein Gutachten, das positive wie negative Aspekte differenzierter betrachtet“, so te Heesen.

(Pixelio:Rainer Sturm)