Acht Cent, sieben Cent, sechs Cent... wer bietet weniger? In der globalen Photovoltaikindustrie fallen die Preise. Im Jahr 2014 wurden in Brasilien und den USA erstmals acht beziehungsweise sieben Dollar-Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Anfang dieses Jahres ging es nochmal eine große Stufe nach unten: In Dubai gab die staatliche Energiebehörde DEWA bekannt, dass ein Konsortium aus ACWA (Saudi-Arabien) und TSK (Spanien) ein 200-Megawatt-Kraftwerk bis Frühling 2017 fertigstellen soll. Gezahlt werden gerade einmal 5,84 Dollarcent pro Kilowattstunde. 

Das gigantische Kraftwerk, mitten in Dubais Sandwüste südlich der Nordküste gelegen, soll in weiteren Projektstufen ein Gigawatt Leistung erreichen und ist benannt nach Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, dem Premierminister Dubais.

Der de-facto autokratische Herrscher lässt sich zwar Luxus wie seine mit 162 Metern Länge drittgrößte Motoryacht der Welt einiges kosten. Doch bei der Stromerzeugung setzt Scheich Raschid Al Maktoum auf möglichst billige Lösungen. So kam er fast zwangsläufig auf die Photovoltaik (PV). Denn die wird eben gerade immer günstiger.

Bis 2017 sollen die Kosten für Solarsysteme nochmals um rund 40 Prozent fallen

Jüngst befeuerte die Deutsche Bank mit einem Report die ohnehin schon hohen Erwartungen an weiter sinkende Kosten zusätzlich. Bis 2017 sollen sie noch einmal um rund 40 Prozent fallen – wohlgemerkt für komplette Solarsysteme. Die Kosten für die Module sollen von 75 Cent pro Watt Leistung auf 50 Cent purzeln, bei einigen Herstellern sogar noch weiter. Die Preise für Wechselrichter sinken von 25 auf 17 Cent, die Installationskosten fallen von 65 auf 45 Cent und der Vertrieb wird mit 20 statt 50 Cent zu Buche schlagen. Die Industrie kann also durch Skaleneffekte auch jenseits der Fabriken ihre Kosten optimieren. Was die Kilowattstunde nach der Errichtung der Anlage kostet, hängt dann von der jeweiligen Sonneneinstrahlung ab.

(fotos: Aleo Solar)