Erneuerbare Energien
21.12.2018

Regionalnachweis kennzeichnet Strom von benachbartem Windrad

Foto: istock/i-Stockr
Das neue Register soll es möglich machen, regionalen Strom in der Rechnung zu kennzeichnen.

Energielieferanten können seit 1. Januar über ein neues Register nachweisen, woher genau ihr Strom kommt. Damit sollen Endkunden die Energiewende in ihrer Region unterstützen können.

Das neue „Regionalnachweisregister“ des Umweltbundesamtes ermöglicht es Energielieferanten ab 1. Januar nachzuweisen, woher genau ihr Strom kommt – zum Beispiel vom Windrad nebenan. Es geht dabei um den EEG-Strom (Erneuerbare-Energien-Gesetz), also den aus der EEG-Umlage finanzierten Strom aus erneuerbaren Energien. Die Lieferanten könnten ihren Produkten so ein regionales Gesicht geben, zudem steigere Strom aus der Region die Akzeptanz der Energiewende vor Ort, teilt das Umweltbundesamt mit.

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Stromverbraucher fördern über die EEG-Umlage den Ausbau von Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. In der Stromrechnung ist der EEG-Anteil als „Erneuerbare Energien, finanziert aus der EEG-Umlage“ gekennzeichnet. In Zukunft kann eben dieser Anteil regional nachgewiesen werden.

Schutz vor Doppelvermarktung

Konkret funktioniert der Regionalnachweis so: Das Umweltbundesamt bildet aus den Postleitzahlen, die sich in einem 50-Kilometer-Umkreis um das Postleitzahlengebiet befinden, eine Region und erfasst sie in einem Register. Mithilfe dieses Registers können sich Anlagenbetreiber Regionalnachweise ausstellen lassen, die sie mit dem Strom an die Elektrizitätsversorger übermitteln. Diese wiederum klassifizieren die Nachweise und können in der Stromkennzeichnung die regionale Herkunft der Energie belegen.  

Der Nachweis soll Verbraucher auch vor Doppelvermarktung und falschen Werbeversprechen schützen. „Durch das Regionalnachweissystem stellt das Umweltbundesamt sicher, dass die regionale Eigenschaft einer aus erneuerbaren Energien erzeugten Kilowattstunde Strom nur einmal verkauft wird“, heißt es.

Start-ups setzen auf Trend der regionalen Erzeugung

Einige Start-ups gehen beim Herkunftsnachweis des Stroms schon viel weiter: Sie vermitteln über ihre Plattformen Ökostrom direkt vom Erzeuger an Privatkunden. Dadurch soll der Strom für die Kunden günstiger werden, gleichzeitig unterstützen sie die dezentrale Energiewende. Beispiel: Der Berliner Anbieter Lition bietet seinen Kunden an, ihren Strom täglich vom günstigsten Erzeuger aus der Region zu beziehen. Zum Beispiel für 2,7 Cent pro Kilowattstunde von einer Bio-Erdgas-Anlage in der ehemaligen Berliner Schultheiss-Brauerei.

Weil Endkunde und Energieerzeuger durch die Blockchain-Technologie miteinander vernetzt sind, kann das Geld von der monatlichen Stromrechnung direkt zum ausgewählten Kraftwerk fließen.

Lesen Sie auch: Verbände liegen bei Stromkennzeichnung über Kreuz

Jutta Maier
Keywords:
Erneuerbare Energie | Energieanbieter | Stromkunden | EEG
Ressorts:
Governance | Markets

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