Erneuerbare Energien
18.12.2014

Reif für die Insel

foto: depositphotos, kfw

Die erneuerbaren Energien treten einen weltweiten Siegeszug an, die Schwellenländer werden der wichtigste Markt – und derzeit entscheidet sich, ob die Deutschen groß mitmischen.

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Samoa, Tonga, Cook-Inseln – wer die Zukunft der erneuerbaren Energien besichtigen will, der kann das bald mit einem Strandurlaub am anderen Ende der Welt verbinden. In der Südsee haben zahlreiche Inselstaaten beschlossen, das Ende des Ölzeitalters auf ihrem Territorium einzuläuten. Samoa geht voran: Premierminister Sailele Tuila‘epa Malielegaoi will die Energieversorgung des 200.000-Einwohner-Staates bis 2017 auf erneuerbare Energien umstellen. Möglich gemacht hat den ehrgeizigen Plan der enorme Preisverfall der Photovoltaik (PV) – während eine Kilowattstunde Strom aus dem Dieselgenerator mindestens 40 Dollarcent kostet, produzieren Photovoltaik-Anlagen für weniger als zehn Cent. Angesichts dieser Preisdifferenz lohnt sich auch die nötige Investition in Batteriespeicher, damit der Strom rund um die Uhr zur Verfügung steht. Auch Deutschland mischt mit in der Südsee. So lieferte zum Beispiel der hessische Weltmarktführer SMA knapp 300 Wechselrichter an das Tokelau-Atoll.

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Dolf Gielen von der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (Irena) verfolgt den ambitionierten Schwenk der Südseestaaten hautnah. Der Chef des Bonner Innovation and Technology Centers der Irena war Anfang September zwischen den Inseln unterwegs und berät mit seiner Mannschaft die 135 Irena-Mitgliedsstaaten bei der administrativen und technologischen Umsetzung ihrer Energiewende. Sein Fazit: „Die Umstellung auf erneuerbare Energien gewinnt weltweit an Fahrt – und sie verlagert sich von den Industriestaaten in die Schwellenländer.“
Die Verschiebung ist dramatisch. 2004 lagen die Investitionen in Erneuerbare weltweit bei 40 Milliarden Dollar, vier Fünftel davon schulterten die Industriestaaten der OECD. Bis 2013 haben sich die Gesamtinvestitionen auf 215 Milliarden mehr als verfünffacht. Mit 93 Milliarden lagen die Schwellenländer annähernd gleichauf mit der OECD. 2020 werden sogar 70 Prozent der Investitionen außerhalb der OECD stattfinden, schätzt die Internationale Energie-Agentur.

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Keywords:
Erneuerbare Energie | OECD | Windkraft | Photovoltaik | Energiewende | Industriestaaten | Schwellenländer | Bundesregierung
Ressorts:
Technology

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