Neue Mobilität
13.04.2018

Ridesharing gewinnt an Fahrt

Foto: Daimler
Viavan startet App-basierten On-Demand Ridesharing-Dienst in Amsterdam.

Der Ridesharing-Dienst Viavan lässt neuerdings in Amsterdam Fahrgäste einsammeln. In Berlin wollen die Verkehrsbetriebe bald ebenfalls den Shuttleservice mit Mercedes-Benz-Vans anbieten. Auch Startups arbeiten an Pooling-Plattformen.

In Amsterdam fahren sie schon – in Berlin soll es auch bald losgehen. Viavan, ein Joint-Venture von Mercedes-Benz und Via, hat im März 2018 seinen Ridesharing-Dienst in der niederländischen Hauptstadt gestartet. Der Service ermöglicht es, Fahrten zu bündeln und mehrere Passagiere mit einem Kleinbus gemeinsam befördert. Mit Hilfe einer App können Mitfahrer sowohl ihren gewünschten Startpunkt, als auch ihr Reiseziel wählen. Ein Algorithmus berechnet, welche Fahrten sich ohne nennenswerte Umwege „poolen“, also zusammenlegen lassen.

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Amsterdam ist damit die erste Stadt in Europa, in der dieser Ridesharing-Dienst angeboten wird. Berlin könnte aber schon bald folgen: Noch im Frühjahr soll der „Berlkönig“ durch ausgewählte Bezirke der Hauptstadt fahren. Der von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gemeinsam mit Viavan entwickelte Pooling-Service soll ebenfalls On-Deman-Transport bieten. Nutzer können sich dann per App ein Shuttle zur nächsten Straßenecke bestellen.

Virtuelle Haltstellen für die Fahrgäste

Anfangs soll das Pilotprojekt nur in den Berliner Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg angeboten werden. Zunächst will Mercedes 50 Fahrzeuge an den Start bringen. Kritiker monieren, dass es sich dabei hauptsächlich um Dieselfahrzeuge handelt. Über den genauen Starttermin konnte die BVG auf Nachfrage des Magazin bizz energy noch keine Auskunft geben. Das Genehmigungsverfahren für den Dienst sei noch nicht abgeschlossen.

In Amsterdam arbeitet das System mit sogenannten virtuellen Haltestellen. Beispielsweise an bestimmten Kreuzungen können die Fahrgäste zu- und aussteigen. Im Zentrum von Amsterdam gilt ein Einheitspreis, der zwischen den Kosten des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) und dem Taxitarif liegt. Für Randgebiete wird ein Zuschlag fällig. Das Ziel ist es, Fahrten zusammenzufassen und so die Anzahl der Fahrzeuge in der Stadt zu reduzieren. Im Gegensatz zum Individualverkehr werden damit weniger Fahrzeuge in der Stadt benötigt.

Pooling-Lösungen auch für das Land

Rund dreiviertel der Autos in deutschen Städten gelten als überflüssig – vorausgesetzt, das verbliebende Viertel würde sinnvoll geteilt. Neben dem klassischen Carsharing werden daher verstärkt sogenannte Ridesharing- oder Pooling-Lösungen entwickelt. Diese eignen sich mitunter auch für den ländlichen Raum.

Das Berliner Startup Door2Door beispielsweise entwickelt On-Demand-Lösungen als Teil der ÖPNV-Netze sowohl für Städte als auch für Kommunen. Jüngst konnte das Unternehmen Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann als Investor gewinnen. Der Schweizer Investor und ehemalige Vorstandsvorsitzender von SAP hybris, Ariel Lüdi, stieg ebenfalls ein. Bereits seit zwei Jahren ist in Berlin der von Door2Door betriebene Allygator-Shuttle unterwegs.

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Carsten Kloth
Keywords:
Mobilität
Ressorts:
Technology

Kommentare

"Amsterdam ist damit die erste Stadt in Europa, in der diese alternative Mobilitätsform angeboten wird."

Clevershuttle ist ebenfalls ein Ridesharing-Anbieter. Es gibt sie schon länger und sie sind bereits in den Städten Berlin, Hamburg, München und Leipzig vertreten.

Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben die Textstelle konkretisiert.

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