Windbranche
22.10.2014

Rigide Abstandsregeln gefährden Zukunft der Windenergie

Das Umweltbundesamt hat eine alarmierende Studie zum Ausbau der Windenergie vorgelegt. Dieser zufolge drohen hohe Mindestabstände zwischen Wohngebieten und Windenergieanlagen das Potenzial dieser Energieform um bis zu 97 Prozent zu beschneiden.

Nach den Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) liegt in Deutschland das Leistungspotenzial bei einem Mindestabstand von 600 Metern zwischen Windenergieanlagen und Wohnbauflächen bei 1.188 Gigawatt (GW). Bei einem Mindestabstand von 2.000 Meter sinkt dagegen das Potenzial der Windenergie auf 36 GW. Dies entspricht einem Rückgang um 97 Prozent. In der Praxis wäre der Verlust noch größer, so das UBA, da auch anderen Faktoren die verfügbare Fläche zusätzlich einschränken, etwa der Schutz bestimmter Tierarten. 

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Da immer wieder Anwohner über störenden Lärm, Lichtreflektionen und Schattenwürfe von Windenergieanlagen klagen, hat die Bundesregierung in diesem Jahr den Bundesländern die Kompetenz übertragen, eigenständig Mindestabstände zu bestimmen. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sagt nun mit Blick auf die Länder, dass diese nicht den Fehler machen sollten, durch überzogene Abstandsregeln den Ausbau der Windenergie als wichtige Säule der Energiewende zu gefährden. Wie Krautzberger berichtet, hätten Messungen des UBA gezeigt, dass moderne Anlagen im schallreduzierten Betrieb bereits bei einem Mindestabstand von 600 Meter die nachts geltenden Lärmrichtwerte einhalten.

Schärfere Abstandsregeln würden insbesondere die verfügbare Fläche in den dicht besiedelten westlichen Bundesländern reduzieren. Aber auch für das windreiche und eher dünn besiedelte Schleswig-Holstein ergäbe sich durch viele ländliche Splittersiedlungen bei einem Mindestabstand von 1.600 Meter ein Rückgang auf gerade mal ein Prozent des gesamten Potenzials im Land.

Laut UBA sind seit Jahresmitte 2014 in Deutschland rund 24.000 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von gut 35 GW an Land in Betrieb. Diese decken 8,5 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs.

 

Thomas Bauer
Keywords:
Windenergie | UBA | Umweltbundesamt | Krautzberger
Ressorts:
Governance | Markets

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