Autonomes Fahren
09.07.2020

Robotaxis passen nicht zu allen Städten

Foto: Istock
Im schwedischen Göteborg werden seit 2019 selbstfahrende Busse getestet

Die so genannten Robotaxis können in manchen Großstädten die Verkehrsbelastung reduzieren, aber nicht in allen, sagt eine Studie.

Selbstfahrende Autos haben einer Studie zufolge erhebliches Potenzial, den Verkehr zu entlasten - aber nicht alle Arten von Städten können gleichermaßen davon profitieren. Für typische deutsche Großstädte wie Berlin, München oder Hamburg seien die Mikromobilität mit E-Bikes und Elektro-Tretrollern sowie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehr die effizientere Lösung, ergab eine Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group und der Unversität St. Gallen. In dicht gedrängten Megacities wie New York oder Shanghai versprächen dagegen autonome Robo-Shuttles für bis zu 15 Personen den größten Effekt.

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Die Forscher untersuchten dazu die Verkehrsmuster in Städten und simulierten Milliarden von Fahrten mit verschiedenen Beförderungsformen. Sie gehen davon aus, dass die Ausbreitung selbstfahrender Autos noch zwei Jahrzehnte dauern kann. Sie plädieren aber dafür, dass Städte sich frühzeitig darauf einstellen.

So sollten die Behörden in Städten wie New York Anreize für die Einführung von Robo-Shuttles statt der weniger effizienten Robotaxis für bis zu fünf Personen oder Robo-Pods für zwei Insassen schaffen. Die Robo-Pods würden zunächst in allen Arten von Städten die Verkehrsbelastung noch vergrößern, ergab die am Donnerstag veröffentlichte Analyse.

Deutsche Großstädte für "Mikromobilität" geeignet

Deutsche Großstädte wie Berlin ordnete die Studie in der Kategorie "kompaktes Mittelgewicht" ein. Hier müssten die Planer zuallererst dafür sorgen, dass weniger Autos in den Zentren unterwegs seien, argumentierten die Forscher. Da es viele kurze Fahrten auf der sogenannten letzten Meile gebe, sei Mikromobilität die effizienteste Lösung.

Die Auswirkungen der neuen Mobilitätskonzepte wären nach Einschätzung der Experten erheblich. Die Menschen in München könnten nutzbare Flächen in der Größenordnung eines halben Englischen Gartens gewinnen, Hamburger könnten ihre jährlichen Transportausgaben um rund 1,1 Milliarden Euro reduzieren. Für Berliner läge die Einsparung bei 1,5 Milliarden Euro. In New York könnten durch Parkplätze belegte Flächen in sechsfacher Größe des Central Parks frei werden.

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dpa
Keywords:
E-Mobilität | Roboterautos | Autoverkehr
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