Von Oktober 2012 bis Ende Juni 2013 schrieb das deutsche Traditionsunternehmen einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro, knapp 220 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Als Hauptursache nennt die Unternehmensführung den andauernden Verkauf der verlustreichen Steel America-Werke in Brasilien und den USA. Die Verhandlungen sollen nach Konzernangaben bereits weit fortgeschritten sein. 

Der Anteil des Eigenkapitals sank um 1,5 Prozentpunkte auf acht Prozent. Das Verhältnis der Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) stieg von 148,2 Prozent auf 185,7 Prozent an. Bei Überschreitung der 150 Prozent-Hürde könnten Banken nach Ablauf des Geschäftsjahres am 30. September 2013 Kredite in einer Gesamthöhe von mehreren Milliarden Euro aufkündigen. Der Verkauf von Steel America soll jedoch das „temporär erhöhte Gearing wieder signifikant reduzieren“, wie es im Quartalsbericht heißt. 

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters außerdem, dass bereits Vorbereitungen für eine Kaptialerhöhung liefen. Diese hatte Vorstandsvorsitzener Heinrich Hiesinger bereits im Mai als mögliche Option zur Besserung der finanziellen Lage ins Spiel gebracht. 

Der Konzernumsatz für das laufende Geschäftsjahr 2012/13 soll laut Vorstand diesmal geringer ausfallen. Im Vorjahr lag er bei 40,1 Milliarden Euro.