Auf der Hauptversammlung am Freitag in Bochum muss Aufsichtsratschef Gerhard Cromme mit Gegenwind rechnen. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von fünf Milliarden Euro angehäuft. Schuld sind unter anderem zwei defizitäre Stahlwerksprojekte in den USA und Brasilien. Cromme wird vorgeworfen, als Aufsichtsratschef nicht rechtzeitig die Reißleine gezogen zu haben.

Auch in der Affäre um die von Thyssen-Krupp-Vorständen organisierte Reisen für Journalisten sei Cromme seiner Kontrollfunktion nicht nachgekommen, so die Kritik von Aktionären. Mit einer Abberufung auf der Hauptversammlung muss Cromme aber nicht rechnen. Die IG-Metall steht hinter ihm. „Unsere Leute haben mit Cromme den Aufräumprozess bei Thyssen-Krupp gestartet“, sagt Knut Giesler, IG-Metall-Chef in Nordrhein-Westphalen. 

Cromme kann auch auf Rückhalt bei der Alfred-Krupp-Stiftung setzen. Als Hauptaktionär hält sie 25 Prozent an dem Stahlkonzern.

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