Stromerzeugung
15.03.2018

Russland lockt Windstrom-Investoren

Foto: Lagerwey
Das niederländische Unternehmen Lagerwey ist einer der ältesten Hersteller von modernen Windturbinen.

Der deutsche Hersteller von Windenergieanlagen Enercon hat kürzlich den niederländischen Konkurrenten Lagerwey übernommen. So bekommt Enercon Zugang zu einem neuen Markt und einen wichtigen Partner.

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Wer in Russlands Energiebranche Geschäfte machen will, der braucht Rückhalt bei einem der mächtigen Staatskonzerne. So gesehen könnte man die Ausgangslage für den Windenergieanlagenbauer Enercon aus Aurich als Pole Position bezeichnen. Seit die Niedersachsen Ende des Jahres den holländischen Konkurrenten Lagerwey schluckten, gilt das Unternehmen in Russland als heißer Anwärter darauf, künftig den Ton in der Branche anzugeben. Wenn alles nach Plan läuft wird Enercon zu den Profiteuren einer strategischen Partnerschaft zwischen Rosatom und ihrer neuen Tochter Lagerwey gehören.

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Bisher war Russland einer der letzten weißen Flecken auf der Windkraftkarte. Doch dank eines lukrativen Förderprogramms wittern Investoren nun satte Gewinne. Erst Anfang Februar ging Russlands erste kommerzielle Windkraftanlage ans Netz, betrieben durch den finnischen Konzern Fortum. Auch Rosatom will in der neuen Branche Fußfassen.

15-jährige Ertragsgarantie für Investoren

Das Ziel von Rosatom klingt ambitioniert: „Es geht um den Aufbau einer für Russland neuen Branche, samt technischer Regulierungen, der Ausbildung von Spezialisten, Zertifizierung und Lokalisierung der Produktion“, heißt es bei der Rosatom-Tochter Novawind. Für dieses Unterfangen hat Novawind zusammen mit dem niederländischen Windanlagenbauer Lagerwey ein eigenes Joint Venture gegründet, das die Turbinen für die eigenen Windpojekte liefern soll. Während Lagerwey die notwendige Technologie bietet, sorgt Rosatom mit eigenen Investitionen in die Windkraft für Nachfrage und stellt zudem Produktionsfläche zu Verfügung.

„Es ist deutlich Bewegung in das Segment der Windenergie gekommen“, meint auch Alexej Zhikharev, Strommarkt-Experte der Moskauer Beratungsgesellschaft Vygon Consulting. „Das Interesse von Investoren ist höher als in früheren Jahren“. Das liege vor allem am staatlichen Förderprogramm. Das sieht für Investoren eine 15-jährige Ertragsgarantie vor, wenn sie sich mit ihren Projekten in einer Ausschreibung durchsetzen. Die Höhe der Auszahlung bemisst sich dabei an der installierten Kapazität der Stromerzeugung. „Diese Förderprogramme sind für Investoren in der Energiebranche die einzigen Instrumente mit garantiertem Gewinn“, erklärt Zhikharev. Das mache die Erneuerbaren derzeit attraktiv, auch für Investoren aus dem Ausland. Aktuell haben nicht nur der finnische Konzern Fortum, sondern auch die Tochter des italienischen Energieanbieter Enel Investitionen jeweils in dreistelliger Millionenhöhe in Windenergie angekündigt. Doch Rosatom strebt zusammen mit Lagerwey nach der Rolle des Platzhirsches. Fast zwei Milliarden Dollar will der Konzern in diesem Bereich in den kommenden Jahren investieren.

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Keywords:
Windkraft | Russland
Ressorts:
Markets

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