Einen Tag nach Eon hat RWE seine Halbjahresbilanz vorgelegt. Die Gewinne des Essener Konzerns schmilzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank um 32 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, das betriebliche Ergebnis (Ebit) um 40 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Das nachhaltige Nettoergebnis bricht um 62 Prozent auf rund 0,8 Milliarden ein. Hierbei nicht berücksichtigt werden unter anderem wesentliche Einmaleffekte im Finanzergebnis, bei den Ertragsteuern und beim Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten. Das Nettoergebnis hingegen verbesserte sich um 4,6 Prozent auf rund eine Milliarden Euro.

Auch der Umsatz von RWE lag mit rund 25 Milliarden Euro zehn Prozent unter dem des ersten Halbjahres 2013. Im Gegensatz zu Eon konnte der Essener Energieriese seine Nettoschulden nicht senken, sie stiegen leicht (um 2,4 Prozent) auf rund 31,5 Milliarden Euro an.

„Die konventionelle Stromerzeugung ist auf dem Rückzug – nicht nur bei RWE“, sagte der RWE-Vorstandsvorsitzende Peter Terium. Zahlen der Bundesnetzagentur zeigten, dass bis 2018 mehr gesicherte Kraftwerksleistung vom Markt genommen werde als durch Investitionen hinzukomme, so Terium weiter. „Für die Versorgungssicherheit, zu der Wind und Sonne wenig beitragen können, verheißt das nichts Gutes.“

Wie erst kürzlich bekannt wurde, wird RWE rund 1.000 Megawatt (MW) Kraftwerksleistung vom Netz nehmen. Weitere 470 MW würden Ende des Jahres auslaufen.

Als Grund für die Stilllegungen und die schwächelnde Bilanz nennt der Konzern den voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien und die „Talfahrt“ der Großhandelspreise für Strom.

RWE habe beim Ergebnis (Ebit) am unteren Ende der Erwartungen gelegen, schrieben Analysten von Raiffeisen Research in einer Studie. Am Donnerstag verlor die RWE-Aktie rund drei Prozent und stand am Mittag bei 28,32 Euro.