Smart Home
17.04.2014

RWE kooperiert mit Google-Tochter Nest

Titelbild: Nest

Auf der Hauptversammlung konnte RWE-Chef Peter Terium den Aktionären aus dem traditionellen Versorger-Geschäft wenig Erfreuliches präsentieren. An den Beginn seiner Rede stellte er lieber das Smart Home und die Kooperation mit Nest, dem kalifornischen Hersteller smarter und stylischer Thermostate.

Die britische Tochter des Essener RWE-Konzerns, RWE Npower, vertreibt als erster europäischer Versorger die lernenden Thermostate von Nest. Für RWE-Chef Peter Terium ist das nur der Anfang: „Wir sind überzeugt, dass der Heizungsregler von Nest nicht nur für Großbritannien das passende Produkt ist“, sagte Terium auf der Hauptversammlung der Aktionäre am gestrigen Mittwoch. Auch für andere Märkte in Europa wolle RWE die Kooperation mit Nest ausdehnen. 

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Dabei wird der britische Markt ein Fingerzeig auch für weitere Kooperationen zwischen RWE und Nest. Die britische Tochter Npower gehört schließlich auf der Insel zu den Big Six der Energieversorger, mit 2,7 Millionen Gas- und 3,6 Millionen Stromkunden. Direkt am Anfang seiner Rede zeigt der Hinweis des RWE-Chefs auf die Kooperation mit Nest eine wichtige Stoßrichtung des Konzerns in der Krise.

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Was das klassische Geschäft als Energieversorger betrifft, konnte Terium den Aktionären wenig Erfreuliches präsentieren. In den vergangenen Jahren schrumpfte deren Dividende auf inzwischen ein Euro pro Aktie zusammen. Inmitten der Energiewende werden für RWE die großen Kraftwerke immer mehr zur wirtschaftlichen Belastung. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Konzern deswegen erstmals seit 60 Jahren einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro – eine Trendwende ist zumindest im traditionellen Kerngeschäft nicht in Sicht. 

Neue Geschäftsfelder werden für Terium deswegen umso wichtiger. In Deutschland bietet RWE seinen Kunden bereits seit rund drei Jahren intelligente Haussteuerungen für jeden nur erdenklichen Einsatzbereich an: Heizung, Beleuchtung, Rollläden, Alarmanlagen, Rauchmelder. Smart Home werde aber über den Lifestyle in den Markt kommen, sagte Gunther Wagner, Direktor bei der Beratungsfirma Deloitte jüngst in der Februar-Ausgabe von BIZZ energy today. Das dachte sich wohl auch Google-Chef Larry Page, dessen IT-Konzern Anfang des Jahres das kalifornische Start-up mit seinen stylischen Thermostaten für 3,2 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) übernommen hatte. 

 

 

Daniel Seeger
Keywords:
RWE | Nest | Google | Smart Home | Wärmemarkt
Ressorts:
Technology | Markets

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