Gaskraftwerke
06.02.2014

RWE mottet in Holland hochmodernes Gaskraftwerk ein

RWE

Der deutsche Energieriese will Mitte des Jahres in Holland ein neues, hocheffizientes Gaskraftwerk vom Netz nehmen. Schuld daran sei auch dort die deutsche Energiewende, die immer mehr Ökostrom in das holländische Netz presst.

Der Essener Energieversorger RWE will in den Niederlanden ein neues, hochmodernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) ab 1. Juli vom Netz nehmen. Grund dafür sei auch die deutsche Energiewende, durch die Ökostrom in das niederländische Stromnetz gedrängt werde. Geringe Einsatzzeiten und niedrige Großhandelspreise ließen einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr zu.

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Wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilte, lag die Auslastung des holländischen Kraftwerks zuletzt bei 2.500 Volllaststunden. Laut Deutscher Energie-Agentur benötigen Gaskraftwerke mindestens 4.000 Volllaststunden für einen wirtschaftlichen Betrieb. Über die Folgen für die 65 Beschäftigten am Standort sollen gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung Lösungen gesucht werden, sagte der Sprecher. Erst vor wenigen Tagen musste RWE bei seinen fossilen Kraftwerken Milliardenbeträge abschreiben

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Hoffen auf Neustart

Trotz Konservierung glaubt der Konzern an eine Zukunft für das Kraftwerk. „RWE erwartet, dass neben Kohlekraftwerken auch hoch effiziente Gaskraftwerke im künftigen europäischen Energiemix eine wichtige Rolle spielen werden“, teilte das Unternehmen mit. Europaweit betreibt RWE nach eigenen Angaben Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 16 Gigawatt, den Großteil davon außerhalb Deutschlands. Bei Braun-und Steinkohlekraftwerken liegt die Kapazität europaweit bei 22 Gigawatt.

Das erst 2012 in Betrieb gegangene GuD-Kraftwerk Claus C hat eine Leistung von insgesamt 1,3 Gigawatt und ist mit einem Wirkungsgrad von fast 60 Prozent eines der modernsten seiner Art. Block A mit 610 Megawatt Leistung hatte RWE bereits Anfang 2013 konserviert. 

 
Daniel Seeger
Keywords:
RWE | GuD-Kraftwerk | Gaskraftwerke | Irsching
Ressorts:
Markets

Kommentare

Vergessen wir nicht dass das holländisches Gas (Groningen) nicht mehr voll zur Verfügung steht und importiertes bzw. gespeichertes Gas sehr teuer ist.

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