Offshore-Windenergie
26.11.2013

RWE versenkt britisches Offshore-Projekt

RWE
Liefert schon Strom, ist aber noch im Bau: Der Windpark Gwynt y Môr (walisisch für "Wind im Meer") vor der Küste von Wales, ein Gemeinschaftsprojekt von RWE Innogy, den Stadtwerken München und Siemens

Der Essener Energiekonzern lässt Pläne für eines der weltweit größten Offshore-Projekte an Großbritanniens Westküste fallen. Der Bau wäre demnach technisch zu aufwendig und teuer.

RWE Innogy entwickelt den Offshore-Windpark Atlantic Array im Bristolkanal nicht weiter. „Die Bewältigung der technischen Hürden in der ,Bristol Channel‘-Zone und die damit verbundenen Mehrkosten für RWE [wären] gegenwärtig aus Unternehmenssicht nicht zu verantworten“, erklärt Paul Cowling, Leiter Offshore Wind bei RWE Innogy. Als Grund nennt das Unternehmen ungünstige Meeresbodenverhältnisse und deutlich tiefere Gewässer an der südlichen Küste von Wales. Nördlich von Wales möchte RWE Innogy im kommenden Jahr den Offshore-Windpark Gwynt y Môr mit 576 Megawatt Leistung ans Netz bringen. 

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Mit rund 240 Windturbinen sollte Atlantic Array eine installierte Leistung von 1.200 Megawatt erreichen, um damit 900.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Mit dem Ausstieg von RWE wird das Projekt nach fünf Jahren Planung vorerst versenkt. Bereits 2008 vergab die britische Crown Estate als Lizenzgeber die Exklusivrechte an den deutschen Energiekonzern, der einen Windpark bauen wollte, der London Array noch übertreffen sollte.

Der Ausstieg von RWE zeige „paradoxerweise eine positive Entwicklung“, sagt Huub den Rooijen, Leiter Offshore Wind bei der Crown Estate. Denn heute bestehe viel mehr Gewissheit darüber, welche Faktoren ein Offshore-Projekt erfolgreich machen. „Das schafft Klarheit für die Branche und lenkt den Blick auf werthaltige Investitionsmöglichkeiten“, betont den Rooijen. 

Für die Londoner Regierung ist das Aus für das 4,7-Milliarden-Euro-Projekt trotzdem ein Rückschlag, wie der Londoner Guardian berichtet. Der Windpark war demnach ein wichtiger Baustein, um bis 2020 das Erneuerbaren-Ziel von 15 Prozent am Energiemix zu erreichen. Umweltschützer begrüßen hingegen die Entscheidung, da sie durch den Park ein nahegelegenes Naturreservat bedroht sahen.

 

Daniel Zugehör
Keywords:
Offshore | Windenergie | Windpark | RWE Innogy
Ressorts:
Finance | Governance | Technology

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