Emissionen
08.05.2012

Schieferboom erhöht globale Verbrennung von Abgasen

pixelio, Uschi Dreiucker
140 Mrd. Kubikmeter Gas wurden 2011 von den Öl- und Gasunternehmen weltweit verfeuert

Die US-Förderung von Schiefergas und -öl erhöht die globalen Treibhausemissionen. Dies vermeldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf eine interne Quelle der Weltbank. Die Veröffentlichung der Studie stehe kurz bevor.

Laut Reuters wurde 2011 weltweit 4,5 Prozent mehr Gas verfeuert. Insgesamt seien 140 Milliarden (Mrd.) Kubikmeter Gas verbrannt worden, nachdem dieser Wert im Jahr zuvor noch bei 134 Mrd. gelegen habe. Dies wäre der erste Anstieg seit 2008 in einer Größenordnung des Jahresverbrauchs von Dänemark. Zum größten Teil gehe dies zurück auf die Zunahme der Exploration von Schieferöl im US-Bundesstaat North Dakota. Die USA landen damit unter den Top 10 der gasverfeuernden Länder, hinter Staaten wie Russland, Nigeria und dem Irak. Ende Mai soll die vollständige Studie laut Reuters veröffentlicht werden.

Anzeige

Anzeige

Gase zu verfeuern ist gängige Praxis, um bei der Exploration von Rohstoffen die Belastung für die Anlage zu senken. Über Druckablassventile entweicht das überschüssige Gas und wird verbrannt. Besonders in North Dakota forcieren die vielen Explorationen und neue Produktionsstätten die Gasverfeuerung, berichtet Reuters.

Mit der vollständigen Veröffentlichung solle die Aufmerksamkeit von Politikern und Unternehmen in North Dakota diesbezüglich erhöht „und die erforderlichen Schritte zur Reduzierung dieser Verfeuerung eingeleitet werden“. Eine Notwendigkeit, in der viele auch eine Chance sehen. In Worten des Marktes: 140 Mrd. Kubikmeter weltweiter Gasverbrennung entsprechen etwa 170 % des gesamten deutschen Gasverbrauchs in 2011. Die jährliche Emmission durch die Verbrennung des Erdgases entspräche in etwa der jährlichen CO2 Emission von Frankreich beziehungsweise der Emission von rund 70 Mio Fahrzeugen, gibt Reuters die Einschätzung der Weltbank wieder.

Umweltverbände kritisieren die gängige Praxis. Hinsichtlich von Umweltvorschriften, die den Stop der Gasverbrennung anstreben, seien diese Zahlen ein Rückschlag. Die Finanzkrise verlege ihren Schwerpunkt auf steigende Wettbewerbsfähigkeit, „während alles, was nach sinkender Wettbewerbsfähigkeit aussieht, keinerlei politische Unterstützung erfährt.“ erklärt Charlie Kronick, Klima Aktivist bei Greenpeace.

Daniel Seeger
Keywords:
Erdgas | CO2 | Emissionshandel | Energie
Ressorts:
Governance | Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen