Elektromobilität
24.09.2019

Schwedischer Hersteller entwickelt E-Kinderwagen

Foto: Bosch
Eltern können den E-Kinderwagen bequem mit einer Hand steuern, wenn das Smartphone bimmelt.

Bereits 2020 will das schwedische Unternehmen Emmaljunga einen Kinderwagen mit Elektromotor auf den Markt bringen – einschließlich einer Funktion zur Vernetzung per Smartphone-App.

Es hört sich an wie ein Projekt aus der Garage eines Start-up-Bastlers. Doch Emmaljunga besteht bereits seit 1925 und fertigt die Kinderwagen nach wie vor im Heimatland Schweden. Anfang 2020 wollen die Skandinavier nun einen E-Kinderwagen auf den Markt bringen – mit Schiebehilfe und automatischer Bremsfunktion.

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Sensor- und Antriebstechnik stammt vom Technikkonzern Bosch. Die beiden Elektromotoren haben eine Spitzenleistung von jeweils 120 Watt und eine Nennleistung von 60 Watt. Ein 18-Volt-Akku verfügt über 250 Amperestunden. „Das ergibt eine Reichweite von bis zu 15 Kilometern“, erklärt Joern Ebberg, Sprecher Mobility Solutions bei Bosch. Vier Kilogramm wiegt die Technik, was der Antrieb allerdings ausgleicht.

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Bergauf sollen die Motoren unterstützen, bergab bremsen. Auch der Transport schwerer Einkäufe und das Joggen mit dem Nachwuchs soll einfacher werden. Diese Entlastung wirke sich positiv auf die Körperhaltung der Eltern aus, verspricht Bosch. Um die Bremsen zu testen, hat das Unternehmen den Wagen in den Windkanal gestellt. Bei Windstärke sieben habe er sich nicht bewegt, heißt es.

Andere Hersteller mit ähnlichen Systemen

Der eStroller – so der Verkaufsname – kann aber noch mehr: Die Technik unterstützt die Lenkung und vereinfacht es so, Kurven zu fahren. Außerdem können sich Eltern über eine App über den aktuellen Zustand des Systems wie Ladung des Akkus informieren. Denn der Kinderwagen kann via Bluetooth mit dem Mobiltelefon verbunden werden. Auch eine Warnung vor Diebstahl ist möglich. Beispielsweise, wenn die Eltern den Wagen vor einem Café stehen ließen, heißt es bei Bosch.

Emmaljunga ist nicht der erste Hersteller, der einen E-Kinderwagen auf den Markt bringt. Bereits dieses Jahr kam Cybex mit einem ähnlichen Produkt. Andere Entwickler arbeiten an Fahrzeugen mit größerem technologischem Angebot – bis hin zu selbstfahrenden Wagen mit integrierten Features wie Wippe, Flaschenwärmer, Musik und Überwachungskamera. Windeln wechseln können die Systeme jedoch noch nicht.

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Jochen Bettzieche
Keywords:
Elektromobiltität
Ressorts:
Technology

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Ein wahres Musterbeispiel dafür, dass Energieeinsparung und Energieeffizienz von neuen Verbäuchen in großen Teilen kompensiert oder sogar überkompensiert werden. Egal wie innovativ - ob größer, höher, schneller oder weiter - an vielen Stellen, an denen zuvor weder fossile noch regenerative Leistung notwendig war, bedarf es künftig Energie (die ja irgendwo herkommen muss, liebe Politiker).

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