EU
20.10.2016

Šefčovič will Innovationsdruck auf die Autobranche erhöhen

Foto: EC Audiovisual Service / Lieven Creemers
Der Slowake Maroš Šefčovič ist als Kommissionsvizepräsident zuständig für die Energieunion.

Kommissionsvizepräsident im Gespräch mit bizz energy: Auch Europas Luft- und Seeverkehr muss schneller emissionsfrei werden.

 

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Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič begrüßt die politischen Bestrebungen in Deutschland, den PKW- und LKW-Verkehr vollständig zu dekarbonisieren. Er sei zuversichtlich, dass die europäische Automobilindustrie alles unternehmen werde, „um auch im Blick auf die Umweltbelastung ihrer Produkte Weltmarktführer zu bleiben“, sagte der Slowake am Dienstag in Brüssel im Gespräch mit bizz energy.

Der für die Energiepolitik federführende Kommissar verwies in dem Gespräch mit bizz energy auch auf die laufenden Bemühungen im Luft- und Seeverkehr, verstärkt abgasfrei unterwegs zu sein. „Europa muss sich anstrengen, weil auch in Asien und Amerika aufgrund der schlechten Umweltsituation mit noch strengeren Abgasvorschriften zu rechnen ist, sagte Šefčovič. Auch im Blick auf die dazugehörigen Patente müsse sich Europa sputen. „Bürgermeister und lokale Verwaltungen sind wichtige Bündnispartner und Innovationstreiber auf dem Weg zum verstärkten Einsatz emissionsarmer alternativer Energieträger auch im Verkehrssektor“, sagte Šefčovič, den bizz energy am Rande des Jahreskongresses des europäischen Dachverbandes der Stadtwerke und kommunalen Energieversorger (CEDEC) zum Gespräch traf.

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Abwarten nach Bundesrats-Votum

Ob er sich der Initiative des deutschen Bundesrates anschließen wolle, ab dem Jahr 2030 keine Benzin- oder Dieselautos mehr zuzulassen, ließ Šefčovič jedoch offen. Er wolle erst ein von der Kommission eingeleitetes Konsultationsverfahren abwarten.

In einem jüngst angenommenen Beschluss hat der Bundesrat die EU-Kommission aufgefordert, „die bisherigen Steuer- und Abgabenpraktiken der Mitgliedstaaten auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Förderung emissionsfreier Mobilität auszuwerten (…), damit spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden“. Der Bundesrat reagiert damit auch auf die Ende Juli von der EU-Behörde veröffentlichte Mitteilung über eine „europäische Strategie für emissionsarme Mobilität“. Der Umstieg auf emissionsarme alternative Energieträger im Verkehrssektor habe zwar bereits begonnen, müsse aber in den nächsten zehn Jahren noch weiter beschleunigt werden, heißt es in dem Brüsseler Papier. Bis zum Jahr 2030 müsse der Einsatz und die Marktdurchdringung emissionsarmer und –freier Fahrzeuge in Europa „deutlich voranschreiten“.

Brüssel hatte darin gleichzeitig Interessenten aufgefordert, Vorschläge zum weiteren Vorgehen bei der Reduzierung der straßenverkehrsbedingten Emissionen (Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, LKW, Stadt- und Fernbusse) einzureichen. Darauf aufbauende mögliche Gesetzesvorschläge werde die Kommission im kommenden Jahr unterbreiten, sagte Šefčovič gegenüber bizz energy. Nach Angaben der Kommission verursacht der Stadtverkehr fast ein Viertel der EU-Treibhausgasemissionen und führt zu Luftverschmutzung in zahlreichen Ballungsgebieten.

 

Hajo Friedrich
Keywords:
EU-Kommission | Maros Sefcovic | Verkehr | Mobilität | Diesel
Ressorts:

Kommentare

Für die Seeschifffahrt sollte bei Werft- Neubauten LNG mit min. 25 % BioLNG Beimengung ab 2020 Pflicht werden!
Für den Luftverkehr ist das Thema komplexer, aber ebenfalls lösbar, obwohl die Industrie jede Änderung außer Drop-In Lösungen mit Bio- Designer Kraftstoffen torpediert. Leider sind die Designer-Kraftstoffe nicht frei von Feinstaub und NOx und nur bedingt CO2 frei und global unberechenbar teuer. Es gibt eine konstruktive machbare Lösung!
Start und Landung der Flugzeuge mit 98 % BioLNG und 2% Kerosin. Ergebnis >80 % CO2 Reduktion, faktisch ohne Feinstaub bei Start und Landung, 85 % NOx Befreiung zum gleichen Preis wie heute. Umrüstkosten der neuen Flugzeuge liegen < 0,2 % der Betriebskosten.
Die Nachrüstung des Flugzeugbestandes ist jedoch erheblich teurer, darum ist es unverantwortlich die Maßnahmen zeitlich hinauszuschieben.
Durch die hohen Wachstumsraten wird die Luftfahrt zu einem für die Wirtschaft und Bevölkerung Thema höchster Priorität.

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