Erdgasförderung
28.01.2013

Shell fördert Schiefergas in der Ukraine

Die Regierung der Ukraine und der Ölkonzern Shell schließen einen Vertrag zur Förderung von Schiefergas. Das Abkommen läuft über 50 Jahre. Shell investiert zunächst 7,5 Milliarden Euro.

Die ukrainische Regierung und der britisch-niederländische Energiekonzern Royal Dutch Shell haben auf dem Wirtschaftsgipfel im schweizerischen Davos einen Vertrag über die Förderung und Produktion von Schiefergas unterzeichnet. Dieser sieht die Gründung einer Gemeinschaftsunternehmenes vor, an dem Shell und ukrainische Staatsunternehmen Nadra Yuzivska jeweils 50 Prozent halten. „Dies ist nur der Anfang, wir werden diese Zusammenarbeit fortsetzen“, erklärte der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch. 

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Für die Erschließung des Gasfeldes Jusiwska im Osten des Landes will Shell zunächst rund 7,5 Milliarden Euro investieren. Der Vertrag gilt als größter Deal zur Erschließung von so genannten unkonventionellen Erdgasvorkommen in Europa. Schätzungen zufolge sollen sich in der Ukraine 1,2 Billiarden Kubikmeter Schiefergas befinden – die drittgrößten Vorkommen Europas.

Das Abkommen mit dem Energieriesen soll auf der einen Seite Investitionen in der Ukraine fördern, auf der anderen Seite die inländische Gasproduktion erhöhen und damit die Abhängigkeit von russischen Gasimporten verringern. 

Weitere Unternehmen könnten dem Beispiel von Shell bald folgen. Ein in der Westukraine geplanter Deal mit dem US-Energieriesen Chevron scheitert aber bislang am Einspruch der Regionalparlamente.

Umweltauswirkungen umstritten

Welche folgen die Schiefergasförderung auf die Umwelt hat, ist weiter umstritten. Beim sogenannten Fracking wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien (rund ein bis zwei Prozent) in den Boden gepresst, um das Erdgas aus der Schieferschicht auszubeuten. Kritiker des Verfahren befürchten, dass der Chemikalien-Cocktail ins Grundwasser gelangt. 

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Schiefergas | Fracking | Shell | Ukraine | Öl- und Gasförderung
Ressorts:
Technology | Markets

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