BIZZ Exklusiv
22.12.2014

Smarte Innovatoren

fotos: depositphotos, Watty
Ein Stromzähler mit dem kleinen Zusatzgerät von Watty.

In Europa lösen Smart Meter gerade eine Innovationswelle aus. Ausgerechnet hierzulande aber sind die pfiffigen Steuerungen kaltgestellt – die Branche verzweifelt.

Seite 1Seite 2Seite 3Seite 4nächste Seite

 

Anzeige

Wenn sich Deutschlands Energiemanager über Smart Meter unterhalten, dann gibt es viele ratlose Mienen: Die eigentlich nützlichen kleinen Geräte, die – vernetzt über das Internet – den Strom und Heizenergieverbrauch messen und optimieren, gelten als schwieriges Geschäft. Die EU-Kommission verlangt, bis 2022 mindestens 80 Prozent der Abnehmer mit den modernen, digitalen Zählern auszustatten. Doch in Deutschland kommt die Umrüstung kaum vom Fleck: Zu teuer, zu schwierig zu installieren, zu wenig Einsparungen und Nutzen, lautet das Urteil der Verbraucherzentralen – und auch die Energieversorger sind skeptisch. Seitdem hängt die längst überfällige Gesetzgebung in der Luft – und damit die ganze Smart-Meter-Industrie, deren Verband Edna kürzlich davor warnte, dass Deutschland abgehängt zu werden drohe.

Anzeige

Feldversuche in Deutschland verliefen tatsächlich bis jetzt ernüchternd. Einsparungen im meist niedrigen einstelligen Prozentbereich bei der Stromrechnung waren die Regel. 

Eine Reihe von Start-ups aus dem europäischen Ausland zeigt indes, dass auch Jahre nach der Einführung von Smart Metern noch Innovationsschübe möglich sind. Der Smart Meter spielt seine Stärken möglicherweise erst im Laufe der Zeit aus – und kann dann unverhoffte Potenziale erschließen.

Derzeit jedenfalls schwappt eine Innovationswelle beim Smart Metering über den Kontinent. Ausgelöst wurde sie von den großen Trends der IT-Branche: Big Data und die Omnipräsenz von Smartphones und Tablets. Nur wenige Meter vom Trainingszentrum des spanischen Spitzenclubs FC Barcelona entfernt kam Ende Oktober eine schlagkräftige Truppe europäischer Jungunternehmer zum Förderevent Business Booster – und warb dort um Finanziers und Konzerne, die Start-ups mit Kapital und Kooperationen päppeln könnten. Die erste Hürde haben die Teilnehmer da allerdings schon längst genommen: Der Veranstalter, das europäische Innovationsnetzwerk KIC InnoEnergy, arbeitet bereits mit den Gründern zusammen und stellt ihnen gegen eine meist zehn bis 20-prozentige Beteiligung Fachkräfte zur Verfügung.

Seite 1Seite 2Seite 3Seite 4nächste Seite
Keywords:
Smart Meter | Smart Grid | Deutschland | Innovationen | Strom | Watty | Daten | Smartphone | Start-ups
Ressorts:
Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy
Winter 2018/2019

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de

Das E-Paper ist erhältlich bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen