Photovoltaik
19.06.2019

Solarbranche sieht Licht am Ende des Tunnels

Foto: iStock
Glänzende Aussichten: Die Bedeutung der Solarernergie für die Energiewende wächst.

Niedrige Kosten, schneller Ausbau: Für die Photovoltaik geht es aufwärts. Manch einer prognostiziert gar einen neuen Solarboom. Doch noch gibt es politische Hindernisse.

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Die Kosten sinken dramatisch – der Ausbau geht rasch voran: Die Solarbranche glänzt derzeit. Zahlen der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (Irena) zufolge sind die durchschnittlichen Stromgestehungskosten für Photovoltaik (PV) im vergangenen Jahr um 13 Prozent gesunken. Damit kann sie in vielen Ländern mit anderen Erzeugungstechnologien konkurrieren.

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Irena prognostiziert, dass etwa 80 Prozent der neuen PV-Anlagen, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen, ihren Strom zu niedrigeren Preisen produzieren als die billigsten neuen Kohle-, Öl- oder Erdgaskraftwerke. Und auch in Deutschland seien die Preise zwischen 2013 und 2018 um 34 Prozent gesunken. Gleichzeitig nimmt der Ausbau Fahrt auf: In den ersten vier Monaten des Jahres wurden knapp 1,6 Gigawatt neue Photovoltaik-Anlagen installiert, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Dies ist mehr als in den kompletten Jahren 2015 und 2016, als lediglich jeweils rund 1,5 Gigawatt zugebaut wurden. Auch 2017 waren es nur 1,75 Gigawatt, 2018 dann schon drei Gigawatt. Kommt nach jahrelangem Stillstand in der deutsche Solarbranche nun ein Boom?

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Anzeichen für eine Trendwende

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) blickt jedenfalls fast euphorisch in die Zukunft, der Geschäftsindex der Solarbranche sei auf einem Höchststand. „Wachsende Märkte, neue Technologien und ein deutlich gestiegenes Klimaschutzbewusstsein bringen starke Zuversicht in die Branche“, sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW. „Das Geschäftsklima ist auf ein Allzeithoch geklettert, Umsätze und Beschäftigungszahlen steigen.“ Für dieses Jahr rechnet der Verband mit zweistelligen prozentualen Zuwachsraten.

Und auch Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt, sieht Anzeichen für eine Trendwende: „Es ist schon so, dass in den letzten beiden Jahren die Zubauraten in Deutschland deutlich gestiegen sind“, sagt der Chef des Dresdner Herstellers von Photovoltaikanlagen im Gespräch mit bizz energy. Das Unternehmen besteht bereits seit 1993 und ist heute eines der letzten, dass noch Module in Deutschland produziert. 2012 führte Solarwatt eine Insolvenz in Eigenverwaltung durch und richtete sich danach neu auf dezentrale Energieversorgung für Eigenheimbesitzer aus.

Selbstversorgung wird wichtiger

Denen gehe es Neuhaus zufolge immer weniger um staatliche Förderung: „Unter unseren Kunden haben wir niemanden mehr, der wegen einer Renditebetrachtung die Produkte kauft. Einspeisevergütung ist kein nennenswertes Argument mehr – Selbstversorgung ist wichtiger.“ Doch hier seien die Regelungen nicht mehr zeitgemäß. „Es geht nicht mehr darum möglichst viel einzuspeisen, sondern es geht darum möglichst viel selbst zu verbrauchen“, so Neuhaus. Deshalb würden neue Anreize benötigt – sowie Mut und Schnelligkeit von der Politik.

Diese Eigenschaften aber vermisst der Solarwatt-Chef: „Beim Thema Energiewende glänzt die amtierende Politik seit Jahren eher mit Worten und weniger mit Taten.“ Parolen von einer angeblichen Gefährdung der Versorgungssicherheit oder die Unbezahlbarkeit von regenerativen Energien würden die Bevölkerung verunsichern. Diese brauche eine klare Orientierung und die politische Ansage, welche Technologien in die Zukunft führen. Neuhaus plädiert deshalb für eindeutige Statements für die Energiewende und erneuerbare Energien: „Wenn uns das gelingt, dann stehen wir vor einem neuen Solarboom.“

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Keywords:
Photovoltaik | Solarenergie
Ressorts:
Markets

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