Online-Debatte zum Solarstreit
04.12.2012

„China spielt nicht fair“

Foto: Solarworld
Milan Nitzschke, Vice President Solarworld

Soll die EU-Kommission chinesische Solarmodulhersteller wegen vermeintlichen Dumpings mit Strafen belegen? Ja, fordert Milan Nitzschke, Vice President von Solarworld, in einem Beitrag für BIZZ energy today. China wolle die europäische Solarindustrie zerstören.

"Solarenergie ist das größte Wachstumsfeld in der Energietechnik weltweit. Deutschland ist hier Vorreiter mit inzwischen mehr als einer Million Solarstromanlagen. Andere Länder folgen, nicht nur in Europa sondern auch in Afrika und Asien, wo dezentrale Solarstromerzeugung unmittelbar wirtschaftlich ist. Die zwischenzeitlich ins Stocken geratene Entwicklung im US-amerikanischen Markt wird nach der Wiederwahl von Barack Obama ebenfalls wieder an Fahrt aufnehmen. Die europäische Solarindustrie hat frühzeitig eine Spitzenposition in dieser Wachstumsbranche eingenommen.

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Europa weist in der Solarfertigung den höchsten Automatisierungsgrad auf. Da der Lohnkostenanteil bei der Herstellung von Solarstrommodulen gerade einmal 10 Prozent ausmacht, haben Billiglohnländer keinen natürlichen Vorteil. Im Gegenteil, die Vollkosten sind in Europa niedriger als in China, bei konstant höherer Qualität. Mit staatlich subventioniertem Dumping aber zerstört China jetzt zusehends das, was Europa mit Blick in eine sichere Energiezukunft aufgebaut hat. Wettbewerb  gibt es im ordnungspolitischen Baukasten Chinas nicht. Planwirtschaftlich wurde in nur fünf Jahren eine Exportindustrie hochgezogen, deren Produktionskapazität heute doppelt so hoch ist, wie weltweit Solarmodule nachgefragt werden.

Chinas Marktanteil beträgt auf dem weltweiten Solarmarkt bereits 80 Prozent. Offensichtlich strebt die Volksrepublik jetzt das vollständige Monopol an. Wenn man dies zuließe, wären Monopolpreise und die deutliche Verlangsamung der technologischen Entwicklung die Folge. Die USA haben mit der Festlegung von Antidumpingzöllen gegen chinesische Hersteller eine erste Marke gesetzt. Auch Brüssel hat im September ein Antidumpingverfahren eröffnet und dies jetzt mit einem Antisubventionsverfahren ergänzt. Hier geht es nicht um Protektionismus. Im Gegenteil, es geht darum, den freien Handel wiederherzustellen, bei dem fair und nach WTO-, EU- und US-Regeln gespielt wird. China spielt nicht fair. Die chinesischen Hersteller sind das gedopte Team bei der Tour de France, das gewinnt, obwohl die anderen besser sind.

Die EU muss schnellstmöglich handeln und geltendes Recht anwenden. Denn echter und fairer Wettbewerb führt zu weiteren Kostensenkungen, diversifiziert das Angebot und ermöglicht den nachhaltigen Ausbau der Solarenergie."

Milan Nitzschke ist Vice President Solarworld und President von EU ProSun.

 
 
 
 
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Karsten Wiedemann
Keywords:
BIZZ-Exklusiv | Solar | China | Anti-Dumping | Solarword | Strafzölle | Frank Asbeck | Milan Nitzschke | EU pro Sun
Ressorts:
Governance | Markets

Kommentare

Ja, ja die bösen Chinesen. Der Artikel strotzt nur so vor Falschaussagen. Wer hat denn die meisten Subventionen von allen Herstellern bekommen? Und wer lässt sich sogar vom EEG befreien, hm? Wie in vielen anderen Bereichen ändert sich der Lauf der Welt, oder welcher Hersteller schraubt heute noch in Deutschland Handys zusammen? Aber Schuld sind natürlich immer die anderen...

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