In der fünften Ausschreibungsrunde für Freiflächenanlagen hat die Bundesnetzagentur Gebote mit durchschnittlich 7,23 Cent pro Kilowattstunde bezuschlagt, teilte die Behörde in Bonn mit. In der letzten Runde im April waren es noch 7,41 Cent. Gegenüber der ersten Pilotausschreibung im April 2015 ist der Preis besonders deutlich gefallen, von damals 9,17 Cent pro Kilowattstunde um rund 21 Prozent.

"Dies belegt einen weiterhin funktionierenden Wettbewerb bei den PV-Freiflächenanlagen", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Bei den Bundesländern hatte erstmals ausgerechnet Schleswig-Holstein die Nase vorn. In das nördlichste Bundesland gingen mehr als 25 Megawatt der insgesamt ausgeschriebenen 130 Megawatt.

 

Investoren haben für den Bau zwei Jahre Zeit

Der Bau der bisher bezuschlagten Solarparks verläuft allerdings schleppend. Nur ein Viertel der Parks aus den beiden ersten Ausschreibungsrunden sei bislang gebaut worden, zitiert der Spiegel aus einem Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums an die Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn. Die Grünen halten Ausschreibungen deshalb für einen unsicheren Weg zum Klimaschutz.

Mit der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes werden Ausschreibungen ab 2017 zur Regel. Das SPD-geführte Wirtschaftsministerium verweist allerdings darauf, dass erfolgreiche Bieter zwei Jahre Zeit haben, um die Solarparks zu bauen. „Es ist davon auszugehen, dass viele Projekte erst zum Ende der Realisierungsfrist in Betrieb genommen werden“, schreibt Staatssekretär Rainer Baake. Projektierer könnten beispielsweise abwarten, ob die Modulpreise in den zwei Jahren nach dem Erteilen des Zuschlags sinken.

Große Solarparks auf freier Fläche erzeugen Strom günstiger als kleine Dachanlagen. (Foto: istock.com / trekandshoot)