Verluste beim operativen Geschäft von über 100 Millionen Euro und Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe, brachten dem Bonner Unternehmen im vergangenen Jahr Verluste zwischen 520 und 550 Millionen Euro ein. Das Eigenkapital liege zwischen Minus 20 und 50 Millionen Euro, wie der Modulbauer am Mittwochabend mitteilen musste. Mit dem negative Eigenkapital steigt auch die Abhängigkeit von den Gläubigern. 

Die gesetzlich vorgeschriebene Stellungnahme, die der Bonner Solarkonzern nun veröffentliche, habe keine Auswirkungen auf den Restrukturierungsprozess oder auf das operative Geschäft, erklärte Solarworld-Chef Frank Asbeck gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Firmengrüner steckt bereits seit mehreren Monaten mit Banken und Gläubigern in Verhandlungen über die Rettung seines krisengebeutelten Unternehmens. Vor wenigen Wochen war der einstige Börsenstar aus dem Tec-Dax geflogen. Das Solarworld-Papier dümpelt aktuell bei 66 Cent, zu Hochzeiten lag der Kurs bei 48 Euro.

Asbeck: Kein Zeitdruck

Wegen der angespannten Lage hatte Solarworld im März die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichtes verschoben. „Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen konstruktiv“, liess Asbeck damals verlauten. Nun muss der Solarworld-Chef umgehend eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, auf der er den Aktionären den Verlust des Grundkapitals erklären  muss.

Die Einschätzungen von Sanierungsexperten, wonach die Verhandlungen bis zum Ende des Monats abgeschlossen sein müssten, wies Asbeck zurück. Es geben keinen Zeitdruck, verkündete Asbeck am Mittwoch. So mancher Gläubiger dürfte anderer Meinung sein.

Das Marktumfel bleibt schwierig. Die Solarenergie befindet sich zwar weltweit auf dem Vormarsch, noch hinkt das Wachstum aber den Produktionskapazitäten der Hersteller deutlich hinterher. Die Folge sind weiter sinkende Preise für Solarmodule.

 

Modulfertigung bei Solarworld (Foto: Solarworld)